Neue Schreckensnachricht aus Heloponte · Investitionen nicht überschaubar

Eisbahn dicht, Riesenrutsche leckt

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Der Spaß ist vorbei – die Riesenrutsche ist die nächste Großbaustelle im Heloponte.

Bad Wildungen - Neue Hiobsbotschaft aus dem Heloponte: Nach der maroden Ammoniakanlage an der Eisbahn leckt auch die Riesenrutsche im Freizeitbad. Kosten: mindestens 77 000 Euro

Diese Schreckensnachricht verbreitete Bürgermeister Volker Zimmermann am Rande eines SPD-Antrags in der Stadtverordnetenversammlung am Montagabend in der Wandelhalle.

Um die Saison auf der Eisbahn zu retten, forderte Bernd Süring schnelle Entschlüsse für eine Sanierung der Ammoniakanlage. Er drängte auf eine Instandsetzung noch vor Weihnachten und beantragte 52 000 Euro für die Sanierung. Laut Bürgermeister Volker Zimmermann handelt es sich dabei jedoch nur um eine grobe Kostenschätzung für die porösen Leitungen.

„Der Sachverständige hat aber darauf bestanden, dass wir nicht nur die Leitungen austauschen, sondern auch den Tank.“ Dieser Kostenvoranschlag wird noch vor Weihnachten erwartet. Der gesamte Sanierungsbedarf stehe ebenso in den Sternen wie die benötigte Zeitdauer für die Reparatur der Anlage. Aber das sei nicht der einzige Ausfall im Heloponte. Im Freizeitbad verabschiedet sich Zug um Zug die Riesenrutsche.

„Es ist eine Frage der Zeit, wann uns der Tank auseinanderfliegt“, ergänzte Bauamtsleiter Klaus Weidner. 15 Kubikmeter Wasser gehen Tag für Tag verloren. „Vor dem Hintergrund unseres Haushalts möchte ich die Verantwortung für diese beiden Investitionen nicht tragen“, stellte Zimmermann in der öffentlichen Sitzung in der Wandelhalle klar.

Verblüfft reagierten die Stadtverordneten auf die neue Baustelle im Freizeitbad. „Ich bin sehr überrascht“, kommentierte Zimmermanns Parteikollege Jürgen Graul (FDP). Er sah nur zwei Alternativen: Schnell am runden Tisch Entscheidungen für einen Neubau einstielen oder teure Maßnahmen in Form von Mini-Rettungsversuchen einzuleiten. Aus haushaltspolitischen Überlegungen sei es nicht zu verantworten, „in so eine marode Anlage zu investieren“.

Dr. Hans Schultheis (FWG) erhob mit Blick auf die angespannte Haushaltslage den mahnenden Zeigefinger: „Wir können uns das nicht leisten.“

Bus nach Kassel

Oliver Syring (CDU) zog Parallelen zu einem anderen einstigen Prachtbau. „Das kommt mir alles genauso vor wie beim Kurhaus.“ Einmütig folgten die Parlamentarier dem Vorschlag der CDU, den Antrag bis zur Weihnachtssitzung am 17. Dezember zu vertagen. Dann sollen konkrete Zahlen vorliegen.

Am Ende der Debatte ist klar: Die Saison für die Eisbahn ist gelaufen. Bei entsprechenden Frostgraden könnte eine provisorisch angelegte Schlittschuhfläche Ersatz bieten. Außerdem im Gespräch: Ein Bus, der samstags zu günstigen Preisen nach Kassel zum Eisstadion fährt. Darin sieht Klaus Stützle (Bündnis 90/Grüne) „einen wunderbaren Ansatz für interkommunale Zusammenarbeit für ein Arrangement mit Edertal und Fritzlar“.

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