Premiere des „Bad Wildungen Magnificat“ begeistert in der Stadtkirche

Enthusiastisch zur Perfektion

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Das Publikum erlebte einzigartige Momente beim „Bad Wildungen Magnificat“ in der Stadtkirche.

Bad Wildungen - Mit Beifall und Begeisterung belohnten die Zuhörer in der voll besetzten Stadtkirche die Mitwirkenden der Uraufführung des „Bad Wildungen Magnificat“.

Das Publikum erlebte eine rundherum hervorragend gelungene Uraufführung des Werkes, das James Beston aus der englischen Partnerstadt Saffron Walden schrieb.

Chorleiter Werner A. Friedrich bedankte sich bei dem aus England angereisten Freund und Komponisten für das dem Chor und seinem Dirigenten gewidmete Geschenk. Friedrich: „Das ‚Bad Wildungen Magnificat‘ ist ein Höhepunkt unserer 35 Jahre währenden Freundschaft und unseres gemeinsamen Musizierens.“

Ein wahrhaft großartiges, ein einzigartiges Geschenk öffneten die Akteure vor ihrem Publikum: eine gelungene Komposition geistlicher Musik, geschickt kombiniert mit Jazz- und Pop-Elementen, so recht nach den Möglichkeiten des aufführenden Chores, der Instrumentalisten und der Gesangssolistin. Von Beginn des fünfsätzigen Werkes an war den Sängerinnen und Sängern des Chores und den Instrumentalisten anzumerken, wie sehr sie sich in ihrem Element fühlten. Selbst schwierigste, technisch anspruchsvollste Passagen meisterten sie überzeugend. Besonderen Anteil am Erfolg hatte Felicia Friedrich, die mit ihrem strahlend-klaren und sicher geführten Sopran in Partien wie „Tell out my soul…“ oder „He hath filled the hungry with good things“ als Solistin oder gemeinsam mit Chor und Orchester brillierte und die Zuhörer faszinierte.

„Orchester haben keinen eigenen Klang, den macht der Dirigent“, sagte einmal ganz unbescheiden Herbert von Karajan. Hat er recht, dann ist es Friedrichs Verdienst, Chor, Instrumentalisten und Solistin zu melodischer und technischer Einheit geführt, Musik-Dialoge geschickt gestaltet und Soli einfühlsam in das Werk integriert zu haben. Die Perfektion der Aufführung ist Ausfluss und Lohn der langen, intensiven Probenarbeit.

Friedrich: „Wir strebten eine durchsichtige Kammerchorversion an, weil dies bei einer solch ‚opulenten‘ Instrumentierung sinnvoll erschien. Der Chor hat großen Enthusiasmus ausgestrahlt.“

Kurseelsorgerin Kerstin Hartge war „verwundert und begeistert“, dass es gelang, allein aus dem Raum Bad Wildungen ein derart spielfreudiges, farbiges und variabel klingendes Orchester zusammenzustellen.

Dem Premieren-Konzert vorgelagert hatte die Musikwerkstatt im hinteren Bereich des Kirchenraumes unter der Empore ein Spiritual gesungen und war zu den Klängen von Michael Kochs Sopran-Saxofon vor den Altar gezogen. Dort sang Felicia Friedrich mit intensiver Ausstrahlung ihre eigene Komposition „Denn er hat seinen Engeln befohlen….“ , begleitet von Johanna Jäschke am Klavier. Die Musikwerkstatt schickte dem Magnificat einen Gospel und ein „Gloria“ im Chorrund voran.

Von Werner Senzel

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