Ein Jahrzehnt Nationalpark · Rück- und Ausblick beim achten Wildbuffet im Wildunger Maritim-Hotel

Erfolgsgeschichte nach steinigem Weg

Die Ranger Oliver Obermann, Sven Polchow und Mario Albus (von links) stellten den Nationalpark-Kalender 2014 vor, mit großen und kleinen Tieren des Schutzgebiets. Fotos: Minke

Bad Wildungen - Strudel vom Wildschweinfilet, Damwild-Gulasch oder die Klassiker Rehkeule und Hirschrücken: Partner, Freunde und Förderer des Nationalparks Kellerwald-Edersee ließen das Jahr kulinarisch ausklingen beim inzwischen achten Wildbuffet.

Im Fürst-Metternich-Saal des „Maritim“ genossen rund 150 Gäste aus nah und fern ein imposantes Wildbuffet, das Köche des „Badehotels“ mit Wildfleisch aus dem „Reich der urigen Buchen“ zubereitet hatten.

Vor dem Gaumenschmaus begrüßten Nationalparkchef Manfred Bauer und Fördervereinsvorsitzende Dr. Gitta Langer das erwartungsfrohe Publikum und wiesen auf das im kommenden Jahr anstehende zehnjährige Bestehen hin, das begangen werden soll mit „besonderen Veranstaltungen und Überraschungen“. Die Hauptjubelfeier findet am 24./25. Mai im Wildtierpark statt, also an der Stelle, wo der damalige Ministerpräsident Roland Koch und Umweltminister Wilhelm Dietzel Hessens ersten, nach langen Auseinandersetzungen um Pro und Kontra in die Tat umgesetzten Nationalpark einweihten.

Manfred Bauer sprach von einem steinigen Weg und schilderte die sich in den Jahren danach entwickelnde Erfolgsgeschichte unter dem Motto: „Hier darf die Natur Natur sein“. Relativ schnell habe sich der junge Park in die deutsche Spitzengruppe vorgearbeitet: „Unser Schutzgebiet ist der erste deutsche Nationalpark, der internationale Qualitätskriterien erfüllt.“ Dieses Gütesiegel vergab die Weltnaturschutzunion an den großen Buchenwald am Edersee.

Krönender Höhepunkt bisher war kurz darauf die Anerkennung von ausgewählten Park-Bereichen zusammen mit anderen deutschen Buchenwäldern als Teilstätte des Unesco-Weltnaturerbes „Buchenurwälder der Karpaten und alte Buchenwälder in Deutschland“. „Auf diese internationalen hochrangigen Auszeichnungen können wir stolz sein“, meinte Bauer.

Die Akzeptanz in der Bevölkerung sei, wie Bauer glaubt, auf einem hohen Niveau. Dies schließe Debatten über „heiße“ Themen wie aktuell den vorgestellten neuen Wegeplan nicht aus: „Ich habe den Eindruck, dass dabei auch alte Ressentiments wieder hochkommen.“

„Es gibt noch viel zu tun“, sagte Manfred Bauer unter Verweis auf die Bereiche Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung. „Damit noch mehr Menschen die Schätze des Kellerwalds nähergebracht werden können.“

Fördervereinsvorsitzende Dr. Gitta Langer wies auf die bereits rund 20-jährige Vereinsgeschichte hin, beginnend mit dem Kellerwaldverein, und bat die Mitgliedschaft um weiterhin tatkräftige Unterstützung. Der Förderverein hat derzeit 207 Mitglieder.

Ein weiteres Grußwort sprach Maritim-Hoteldirektor Uwe Hanusch. Das Wildbuffet wird stets von der Nationalpark-Verwaltung in Kooperation mit Förderverein und Maritim veranstaltet.

Während die Maritim-Köche das umfangreiche Buffet aufbauten, sahen die Gäste eine für den Nationalpark-Geburtstag zusammengestellte Bilderreihe über zehn Jahre Nationalpark Kellerwald-Edersee unter dem Motto „Ganz nah dran“. All die großen und kleinen Höhepunkte des Schutzgebiets waren zu sehen, von den weitläufigen Buchenwäldern bis zu kleinen, im Verborgenen lebenden Urwaldkäfern.

Das Salonorchester „Cappuccino“ aus Waldeck begleitete das gesellschaftliche Ereignis musikalisch.

Zumindest einige Kalorien konnten die Buffet-Gäste am Tag darauf wieder abbauen bei einer Wanderung zu Welterbeflächen des Nationalparks. (jm)

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