Hauptversammlung: Kellerwaldverein zieht Bilanz · 64 Arbeitsplätze seit 2007

Europa schmiert kleine Jobmaschine

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Beispiel für eines der öffentlichen geförderten Projekte: die Naturtretanlage Kleinern.

Bad Wildungen - Die Region Kellerwald-Edersee zählt nach eigenen Angaben zu den aktivsten in Hessen, was das Einwerben von EU-Fördergeldern angeht. Das schilderte der Vorsitzende des Kellerwaldvereins, Volker Zimmermann, bei der Jahreshauptversammlung.

„Leader“ heißt das Programm, mit dem seit vielen Jahren belebende Elemente in der Wirtschaft strukturschwacher Gegenden gefördert werden. Die aktuelle Förderperiode begann 2007 und endet im kommenden Jahr. Bislang sind über den Kellerwaldverein und die zuständige Abteilung für Regionalentwicklung beim Landkreis 57 Projekte bearbeitet worden.

23 Existenzgründern wurde unter die Arme gegriffen. 16-mal flossen Gelder in den Tourismus und neunmal Subventionen in Biorohstoff-Projekte. Die fast 2 Millionen Euro an Fördermitteln gliedern sich ein in eine Gesamt-Investitionssumme von 9 Millionen Euro, verteilt auf die bisher fünf Jahre.

64 neue Arbeitsplätze

Ergebnis laut Kellerwaldverein: 64 neue Arbeitsplätze, davon die meisten im Vollerwerb. „Ein sehr positives Ergebnis“, betonte Zimmermann. In den Vorhaben spiegele sich die Zielorientierung der Region Kellerwald-Edersee wider. Weil alle Beteiligten so rührig sind und die Nachfrage nach Förderung ungebrochen anhält, rechnet sich der Kellerwaldverein auch für die nächste Förderperiode von 2012 bis 2020 gute Aussichten auf ein ordentliches Stück vom Europa-Zuschusskuchen aus.

Zuvor gilt es aber, den Auswahlwettbewerb der Regionen zu gewinnen, denn nur 20 erhalten in Hessen den Zuschlag. Der Kellerwaldverein hat diesen Prozess bis dato jedes Mal mit Erfolg überstanden. Dazu beigetragen haben auch die eigenen Projekte, die der Verein angestoßen hat: regelmäßige Nachrichten in eigener Sache (Newsletter), die Beteiligung am Hugenotten- und Waldenserpfad zwischen Südfrankreich und Nordhessen oder am Ederhöhenpfad zwischen Hatzfeld und Edersee.

Vereinsgeschäftsführerin Lisa Küpper erläuterte der Mitgliederversammlung Details zum bisherigen Förderverfahren und den Projekten. Wie groß die Nachfrage in der Region ist, zeigt sich zum Beispiel daran, dass den 57 geförderten Projekten knapp 100 Anträge gegenüberstehen, die abgelehnt wurden. Das Übergewicht liegt auf den privaten Projekten. 39 Vorhaben waren es auf diesem Feld, 21 fielen in den öffentlichen Sektor.

Die Projekte im Einzelnen

Geförderte Projekte im Einzelnen waren etwa ein Fachhandel für Imkereibedarf in Vöhl-Schmittlotheim, das multifunktionale Dorfzentrum in Haina-Löhlbach, Bäckerei und Café „Gelas Backhäuschen“ in Haina-Löhlbach, der Friseursalon­ „Freestyle“ in Lichtenfels-Goddelsheim, die Tierarztpraxis „Kuhkraft“ in Frankenau-Ellershausen, das Bauunternehmen „Heer-lich bauen“ in Bad Zwesten-Schiffelborn, das Holzunternehmen Schmidt in Jesberg, der Kfz-Meisterbetrieb Staps in Bad Wildungen-Hundsdorf, Hofcafé und Jausenstation der Familie Battefeld in Frankenau-Ellershausen, Ferienwohnung und Radwander-Café „Wildwuchs“ in Freienhagen sowie die Neugestaltung des Rastplatzes und Naturtretbeckens bei Kleinern .(su)

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