Stadt Bad Wildungen kündigt langjährigem Betreiber fristlos · Differenzen um die Pacht

Fitnesscenter im Heloponte dicht

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Nach sechs Jahren schließt das Fitnesscenter im Heloponte; unser Archivbild entstand im Jahr 2008.

Bad Wildungen - Das Fitnesscenter in der Freizeitanlage Heloponte ist geschlossen. Die Stadt hat dem langjährigen Betreiber fristlos gekündigt. Der Grund: Differenzen um die Pacht.

2007 wurde das Fitnesscenter im Hallenbad eröffnet. Viele Badegäste verbanden einen Besuch in Schwimmbad oder Sauna mit dem Training an 30 modernen Geräten. Inzwischen herrscht gähnende Leere in dem 150 Quadratmeter großen Fitnessraum, alle Geräte sind ausgeräumt.

Nach Angaben von Stadtkämmerer Günther Gutheil hat die Stadt das Pachtverhältnis außerordentlich gekündigt. Laut Gutheil habe der Pächter seinen Vertrag nicht erfüllt. „Die Stadt hat sich nicht mehr in der Lage gesehen, den Vertrag durchzusetzen“, deutete der Kämmerer an.

Das heißt im Klartext: Es gibt Differenzen um die Pachteinnahmen. Anfangs mit fünfjähriger Laufzeit abgeschlossen, verlängerte sich der Vertrag stillschweigend jeweils um ein Jahr, bis die Stadt kürzlich die außerordentliche Kündigung aussprach. Das kam nicht von ungefähr. „Viele Gespräche sind geführt, Hilfestellungen umgesetzt worden, letztendlich hat das aber nicht zu dem Erfolg geführt, wie wir ihn uns gewünscht hätten“, sagte Gutheil. Bereits im Vorfeld seien viele Kompromisse geschlossen worden, bekräftigte Bürgermeister Volker Zimmermann und versicherte: „Die Stadt hat den Vertrag erfüllt.“

Betreiber Willy Schulz sieht dies anders. Gerade in Bezug auf die unsicheren Zeiten kurz vor dem eingeläuteten Ende der Bad Wildunger Freizeitanlage gehen ihm die finanziellen Zugeständnisse durch die Stadt nicht weit genug. „Die Durststrecke für uns kommt erst noch.“

Die neuen Besucherzeiten mit Ruhetag (montags) machten sich bei den Einnahmen bemerkbar. Und beim Zustand der in die Jahre gekommenen Freizeitanlage gebe es keine Garantie, dass der Betrieb bis 2015 tatsächlich weitergeht. Somit habe das Fitnessstudio eine unsichere wirtschaftliche Grundlage. „Fakt ist: Wir haben keinen Konsens gefunden.“ Schulz bedauert das „Aus“ des Fitnessstudios im Heloponte. „Wir hätten gern weitergemacht, auch nach 2015 im neuen Bad.“ Wenn das Studio eine Perspektive habe im neuen Bad Wildunger Schwimmbad, das voraussichtlich 2016 gebaut werden könnte, „würden alle ausgehandelten Entlastungen zurückbezahlt“. Schulz: „Wir wollten nie etwas geschenkt haben.“

Ob bald wieder Schweiß fließt an Ergometer, Crosstrainer und Laufband im Heloponte, scheint unwahrscheinlich. Eine Alternative zu planen für zwei Jahre, „das ist schwierig“, urteilt Kämmerer Gutheil.

Einen Lichtblick dagegen gibt es bei der fehlenden Gastronomie, hier scheint eine Lösung gefunden. An publikumsintensiven Zeiten an Wochenenden werden im Nassbereich neben­ Getränken auch Snacks wie Würstchen und Pommes verkauft.

„Wir brauchen auch in Zukunft ein Heloponte, das ist völlig unstrittig“, gab der Bürgermeister ein klares Bekenntnis ab. Schwimmbäder sind auch in benachbarten Städten kommu­nale Sorgenkinder. Das Bad in Witzenhausen ist laut Zimmermann seit Jahren geschlossen, das Bad in Zwesten habe aktuell­ Sanierungsbedarf von 5 Millio­nen Euro angemeldet. Die Grundsatzentscheidung­ über das künftige Wildunger Bad stehe 2014 an. Hier seien weitere Beratungen nötig, da neue Überlegungen diskutiert würden.

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