Bad Wildunger Bergwacht feiert Jubiläum

Vom Fleurop-Sanitäter zum Retter

Bad Wildungen - Auf der Empore des Wildunger Martin-Luther-Hauses spielte der Spielmannszug der Feuerwehr ein Platz-Geburtstagskonzert, währen Bereitschaftsführer Michael Parlow im Foyer Mitglieder, Freunde und Ehrengäste zur festlichen Jubiläumsveranstaltung der Bergwacht begrüßte.

50 Jahre Wildunger Bergwacht, das sind fünf Jahrzehnte Erfolgsgeschichte im Dienste des Naturschutzes und des Rettungsdienstes im Zeichen des Edelweißes. Als erste Gratulantin überbrachte Kreisbeigeordnete Hannelore Behle die Grüße der Kreisgremien und der Kreisverwaltung; das Deutsche Rote Kreuz und die Bergwacht seien ganz wichtige Partner bei Rettungseinsätzen im Landkreis. Die Fachkompetenz der Bergwacht im Mittelgebirge und an den Steilhängen des Edersees seien unverzichtbar. So fühlten sich die Bürger und die Feriengäste rundum in Sicherheit. „Der Landkreis Waldeck-Frakenberg weiß, was er an der Bergwacht hat“. Erfreulich kurz und bündig die Grüße und Glückwünsche von Stadtrat Manfred Jahnes im Namen Stadt, er überreichte ein beliebtes Waldecker „Flachgeschenk“. Klaus Müller–Csanady vom Edertaler Gemeindevorstand lobte: die Mitglieder der Bergwacht, die HELFEN zu ihrem Hobby gemacht hätten, verdienten Respekt und Anerkennung. Landkreisfachdienstleiter Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick war sicher, dass der Rettungsdienst in Waldeck-Frankenberg ohne die Bergwacht nicht vorstellbar ist. Vor allem im unwegsamen Gelände von Natur- und Nationalpark könne oft nur die Bergwacht helfen, wenn es darum gehe Verletzte zu bergen und zu versorgen. Dr. Ulf Jonas, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Bad Wildungen, erinnerte an die Gründung der Bergwacht 1920 in München, als es vor allem darum ging, die Natur vor den Menschen zu schützen. Im Zeichen von Massentourismus sei der Naturschutz bis heute ein wichtiger Bereich der Bergwacht. Heute – so Jonas – sei ohne das Ehrenamt und die Struktur des Ehrenamtes in Sport, Rettungswesen und Gesundheit ein funktionierendes Gemeinwesen kaum vorstellbar. Immer wieder gebe es besondere Gefahrensituationen, aus denen eine Rettung ohne die Erfahrung und die Qualifikation der Bergwachtmitarbeiter und deren spezielle Ausrüstung nicht möglich wäre. Jonas: „Das funktioniert im Ernst- und Notfall, weil es 1000-mal geübt wurde und weil das ganz einfach eine tolle Truppe ist.“ In seiner Festrede erinnerte der Landesleiter der hessischen Bergwacht Bernhard Schwarz an den unvergessenen Hermann Blume, der vor 50 Jahren gemeinsam mit seinem Freund Willi Schwan die Wildunger Bergwacht-Bereitschaft gegründet hat. Zu Anfang seien das „Fleurop-Sanitäter“ gewesen, die Orchideen und Pfingstnelken und die Brutstätten von Falken geschützt und Hütten gebaut hätten. Inzwischen sei der Rettungsdienst längst zur Hauptaufgabe der Bergwacht geworden; längst würden vom Gesetzgeber und von den Bürgern immer mehr Leistungen verlangt und „keiner fragt, wie soll das gehen?“Zum Abschluss der Bergwacht-Geburtstagsfeier unternahm der langjährige Bereitschaftsleiter der Bad Wildunger Bergwacht Holger Blume (Hemfurt) einen unterhaltsamen und informativen Ausflug in die Geschichte. Dazu gab es viele Erinnerungsfotos zu sehen und eine Modenschau mit Bergwacht-Ausrüstungen vergangener Jahre. Von Werner Senzel

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