Kirchenkreis der Eder soll 2013 mit Kirchenkreis Frankenberg verschmelzen

Fusion mit Nachbarn vor Augen

Wildungen/Edertal/Waldeck - Der Herbst stellt die Kreissynode – quasi das Parlament des Kirchenkreises Eder – vor eine historische Entscheidung. Es geht um die Vereinigung mit dem Kirchenkreis Frankenberg zu einem gemeinsamen Kreis.

Dekan Peter Laucht informierte die Synodalen bei deren Frühjahrs-Tagung am Donnerstagabend im Böhner DGH über den Stand der Verhandlungen zwischen den Kirchenkreisvorständen. „In sachlich-konstruktiver Atmosphäre ist weiterhin Vertrauen gewachsen“, betonte er.

Viele Einzelheiten sind noch zu klären: die Größe der künftigen, neuen Synode beispielsweise, die Zusammensetzung des neuen Kirchenkreisvorstands oder die Frage, ob alle hauptamtlichen Personalstellen erhalten bleiben. Laucht erwähnte nicht, ob über den künftigen Sitz des Dekanats in einem fusionierten Kirchenkreis Süd gesprochen wurde oder ob es etwa eine Lösung mit zwei Sitzen geben könnte. Fest steht dagegen, dass keine einzelnen Kirchengemeinden der Eder ausscheren und sich dem neuen nördlichen Kirchenkreis (Fusion aus Korbach und Twiste) anschließen.

In Waldecker Gemeinden habe es solche Überlegungen gegeben, schilderte Laucht. „Alle Kirchenvorstände haben aber entschieden, im Bereich des Kirchenkreises Eder zu bleiben“, fügte er hinzu. Den Ausschlag gab demnach die seit einigen Jahren bewährte Zusammenarbeit der Eder-Kirchengemeinden beispielsweise bei der Jugendarbeit. Verschmelzung 2013 Im Frühjahr 2013 sollen die Fusionsbeschlüsse nach Möglichkeit der Landessynode vorgelegt werden, damit die beiden noch eigenständigen Kirchenkreise nach den Kirchenvorstandswahlen im kommenden Jahr verschmelzen können. Der Kirchenkreis der Eder umfasst 34 Gemeinden mit 16 Pfarrern und rund 19 000 Mitgliedern. Der Kirchenkreis Frankenberg zählt 27 Gemeinden mit 20 Pfarrern und rund 27 000 Mitgliedern.

Hintergrund für die Fusionspläne sind die schrumpfenden Finanzmittel der Kirche und ihrer Gemeinden generell. Auf die Folgen ging Laucht auch ein, als er den Doppelhaushalt 2012/13 ansprach. „Uns ist daran gelegen, trotz geringer werdender Haushaltsmittel die kirchliche Arbeit in den einzelnen Gemeinden zu fördern.“ Bleiben Gemeindehäuser? Chancen zum Sparen soll das Aufstellen eines Gebäudebedarfsplanes offenbaren, der nach den Sommerferien vorliegen soll. In den Fokus sind die Gemeindehäuser geraten. Laucht hält diese Aufgabe im Kirchenkreis Eder für lösbar, „weil in vielen Gemeinden die Gemeinderäume in Pfarrhäusern integriert sind. Dabei werden wir keine Veränderungen vornehmen.“

Ausdrücklich lobte Laucht das Engagement der Manderner mit ihrem Förderkreis Kirche, der 63 000 Euro für die Sanierung des Gotteshauses eingesammelt hat. Außerdem hob der Dekan den Erfolg der Jugendarbeit hervor und sprach sich dafür aus, die evangelischen Kindergärten in Hemfurth und Kleinern trotz schrumpfender Belegungszahlen „so lange zu erhalten wie irgend möglich.“ (su)

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