Bürgermeister zur Diskussion um die Innenstadt

Gäste gehen dorthin, wo Qualität zu finden ist

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Bad Wildungen - „Diese Innenstadt hält einen Umzug des Herkules an die Itzelstraße aus.“ Davon ist Bürgermeister Volker Zimmermann überzeugt und wehrt sich gegen die Vorwürfe der vergangenen Wochen, er vernachlässige die Kernstadt.

„Gäste halten sich dort auf, wo Qualität zu finden ist. Deshalb investieren wir Millionen in das Scharnier und in die Umgestaltung des Stadtrings“, fügt er hinzu.Der Gegenverkehr verkürze nicht nur die Wege, sondern verschaffe Auswärtigen eine bessere Orientierung in der Kurstadt. Obwohl im Scharnier noch gebaut werde, lasse sich die positive Wirkung des neuen Erscheinungsbildes bereits ablesen: „Schauen Sie sich an, was an Samstagen und Sonntagen in der Kernstadt los ist.“ In der Diskussion um Privatübernachtungen werde der Faktor Tagesgäste seiner Ansicht nach massiv unterschätzt, denn diese Besucher ließen pro Kopf und Tag mehr Geld in der Stadt, als Urlauber. Die häufig beklagten Leerstände in der Innenstadt füllten sich zusehends und nach dem Ende der Bauarbeiten würden auch Lösungen für jahrelange Sorgenkinder in diesem Bereich gefunden, ist der Wildunger Bürgermeister sicher. Die erste Privatinvestition im Gefolge des Scharnierumbaus zeichne sich ab. Der Bauantrag für einen Parkplatz hinter dem „KiK“ sei eingereicht.Derweil bemühe sich die Stadt, in dem Rechteck zwischen Wilhelm-Schultheis-Straße, Brunnenallee, oberem Eselspfad und unter Richard-Kirchner-Straße weitere Flächen für Innenstadtentwicklung zu schaffen. „Gespräche mit Grundstückseigentümern dazu laufen“, erklärt Zimmermann.Was die Kritik von tegut an zusätzlichen Einzelhandelsflächen in der Kernstadt und an einem möglichen Umzug des Herkules angeht, so gesteht der Bürgermeister dem Unternehmen zu, dass ihm früher zu viele Beschränkungen auferlegt wurden. Die erlaubte Fläche in der „Fürstengalerie“ sei tatsächlich zu klein, gerade im Blick auf den Verkauf von Getränken. Man sei im Gespräch mit tegut und den Eigentümern der Galerie.

Qualität in der Innenstadt hängt auch von der Sauberkeit ab. Das neue Pflaster im Scharnier und der Glitzer-Asphalt des Blauen Bandes zeigen erste unübersehbare Spuren des Gebrauchs. In den breiten Pflasterfugen im oberen Scharnierteil verfangen sich massenweise Zigarrettenstummel. Sie herauszufegen ist praktisch unmöglich, weil zu aufwendig. Ein Sauger könnte sie entfernen, würde aber auch das Füllmaterial aus den Fugen saugen. Im unteren Teil stellt das kein Problem dar, weil das Pflaster dort wegen der höheren Verkehrsbelastung in Beton gelegt und mit Mörtel verfugt wurde. Das Bauamt sucht nach einem neuen Füllmaterial für das obere Scharnier, um das Zigarettenproblem zu beheben. Der Glitzerasphalt zeigt hartnäckige Spuren von verschütteten Flüssigkeit, die der Regen nicht abwäscht. Nach Auskunft der Herstellerfirma sind solche Spuren mittels eines Hochdruckreinigers und kaltem, nicht heißem Wasser von der Beschichtung ohne größere Probleme zu entfernen.Unterdessen sind neue Leuchten für das blaue Band im Altstadtpflaster eingetroffen und werden seit einer Woche erprobt. Das Bauamt hofft, dass die Kinderkrankheiten des Prototyps behoben sind. Das liefernde Unternehmen arbeitet am dem Problem im Rahmen seiner Gewährleistungspflicht. (su)

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