Bäderzentrum: Erneut Zuwachs bei Gäste- und Übernachtungszahlen

„Gäste wollen begeistert werden“

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Bad Wildungen - Erfreulicher Trend in der Beherbergungsstatistik: Das Bäderzentrum Bad Wildungen/Reinhardshausen behauptet seine Spitzenposition und verbucht auch 2012 einen Zuwachs bei Gäste- und Übernachtungszahlen.

Das geht aus der aktuellen Statistik hervor, die das Hessische Statistische Landesamt in Wiesbaden an Stadt und Staatsbad herausgegeben hat. Die Landesbehörde erfasst monatlich die Beherbergungskennzahlen aller Orte in Hessen und wertet sie aus. Danach hat Wildungen auch 2012 ein deutliches Plus bei Gästeankünften und Übernachtungen. Lediglich im Dezember war ein Rückgang zu verzeichnen.

„Mit der neuerlichen Steigerung nimmt das Heilbäderzentrum Bad Wildungen und Reinhardshausen im Vergleich zu allen übrigen größeren und touristisch bedeutsamen Orten im Landkreis eine Sonderstellung ein“, betont Bürgermeister Volker Zimmermann.

Alle Jahre wieder: Tücken der Statistik

Neben Wildungen hatten Diemelsee, Diemelstadt, Korbach und Twistetal leichte Zuwächse, während in Bad Arolsen, Vöhl, Waldeck zwar Ankünfte zunahmen, Übernachtungen jedoch zurückgingen.

Bürgermeister Zimmermann, Stadtmarketing-Chefin Ute Kühlewind und Reckhard Pfeil von der Staatsbad GmbH stellten die aktuellen Wildunger Zahlen vor. Alle Jahre wieder die Tücken der Landesstatistik: Da erst Betriebe ab zehn Betten (früher acht Betten) erfasst sind, werden Kleinbetriebe einfach ausgeblendet. Anhand einer eigenen Statistik aus der Kurtaxe schätzt Pfeil „gut 130 000 Gäste und mindestens 1,5 Millionen Übernachtungen für 2012“.

„Wichtig für den Gesundheitsstandort Bad Wildungen ist vor allem die Basis unserer Kliniken“, betont Bürgermeister Zimmermann, denn sie beherbergen 80 Prozent aller Gäste und seien wichtige Wirtschaftsfaktoren für die Region. „Die Kliniken in Bad Wildungen und Reinhardshausen sind ausgezeichnet aufgestellt, haben in Substanz und Qualität investiert und halten ihren hohen medizinischen Standard beispielhaft“, lobt Zimmermann.

Nur noch 50 Kleinbetriebe mit Gästebetten

Leider fehlten konkrete Zahlen zur Entwicklung der kleinen Privatbetriebe. 100 Pensionen, Ferienwohnungen und Appartements warben laut Kühlewind 2001 im Gastgeberverzeichnis, heute bieten nur noch 50 Betriebe Gästebetten an. Es sei davon auszugehen, dass weitere Pensionen schließen und andere durch Neuausrichtung und Qualitätssteigerung ihre Existenz dauerhaft sichern könnten. „Wir brauchen dringend ein weiteres Hotel mit 200 Betten im Drei- oder Vier-Sterne-Bereich.“ Viele Anfragen von Reisegruppen wurden mangels Kapazitäten nicht angenommen.

„Und wir brauchen Erlebnisse für Kinder und Erwachsene“, bescheinigt Zimmermann. Hier setze die Badestadt vor allem auf das Thema Märchen, das sich zum Besuchermagneten entwickelt habe. Unter anderem in dem englischen Boulevardblatt Sun und der Wirtschaftszeitung Financial Times erschienen Berichte über das märchenhafte Wildungen. „Die Gäste wollen überrascht und immer wieder neu begeistert werden“, sind sich Kühlewind und Pfeil sicher.

Nach der Reha in den Urlaub

Im Einzel- und vor allem im Gruppengeschäft ist die Nachfrage überdurchschnittlich gewachsen. Zusätzliches Potenzial biete die Vernetzung, damit Gäste nach ihrer Anschlussheilbehandlung oder Rehabilitationsmaßnahme als (Gesundheits-)Urlauber in die Badestadt zurückkehren.

Hintergrund

Von Januar bis Dezember 2012 sind in den Betrieben ab zehn Betten, die als gewerblich bezeichnet werden, 129 129 mehr Gäste angereist. Das entspricht einer Steigerung von 4,1 Prozent. Im selben Zeitraum wurden 1 470 600 Übernachtungen gezählt (plus 3,2 Prozent).

Damit hat diesmal Bad Wildungen wieder die Nase vorn vor dem bayerischen Staatsbad Kissingen und rangiert in der Hitliste der beliebtesten deutschen Heilbäder an zweiter Stelle. Unangefochten an der Spitze bleibt Bad Füssing mit rund 2,7 Millionen Übernachtungen.

Etwa 15 Prozent der Bad Wildunger Übernachtungen wurden in den größeren Hotels und etwa fünf Prozent in den mittleren und kleineren Betrieben erzielt. Etwa 80 Prozent entfallen damit nach wie vor auf die 18 großen Reha-Kliniken im Bäderzentrum. Akutbetten werden darin jedoch nicht mitgezählt.(höh)

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