Beim Künstlerfest „Dorf-Art“ wird Frebershausen von kreativen Handarbeiterinnen in wollenes Festklei

Ein ganzes Dorf wird „wild verstrickt“

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Stricken ist eine Kunst: Die Landfrauen haben in mühevoller Arbeit über 300 Handarbeiten angefertigt. Die Deko aus Wolle schmückt Frebershausen beim Künstlerfest „Dorf-Art“. Von links Karin Albus, Rita Lange, Hiltrud Wolf, Emma Berschauer, Lisa Ohntrup, A

Bad Wildungen-Frebershausen - Frebershausen legt zum Künstlerfest „Dorf-Art“ den selbst gestrickten Festschmuck an. Seit Monaten haben fleißige Handarbeiterinnen gestrickt, gehäkelt und genäht. Der Clou: Ein roter Faden weist Besuchern am 1. Juli den Weg durch das Wesetaldorf.

Anita Ulrich hatte im vergangenen Jahr die zündende Idee: Frei nach Christo-Manier wird Frebershausen beim Künstlerfest in ein wollenes Festkleid verpackt. Die Landfrauen waren sofort Feuer und Flamme. Seit einem halben Jahr lassen emsige Frebershäuserinnen ihre Strick- und Häkelnadeln fliegen, haben sämtliche Wollreste längst verstrickt.

„Das waren etliche Körbe und Kartons voll Wolle“, schätzt Helga Michel. Aber die Reste reichten längst nicht aus. Besonders farbenfrohe Garne wurden noch beschafft. Über 300 Teile haben die zehn bis zwölf fleißigen Handarbeiterinnen gemeinsam gefertigt. Einige aus der kreativen Gruppe investierten um die 100 Stunden in ihre prächtige Woll-Deko, schätzt Elfriede Michel.

Schlangen aus Strumpfgarn

Der Erfolg kann sich sehen lassen: 18 Regenschirme tragen eine Häkel-Kappe mit leuchtenden Streifen, in wollene Kleider hüllen sich vier originelle Hexen auf Reiserbesen, die an den Ortseingangstafeln aufgestellt werden.

Etliche Handarbeiten wurden speziell für die Dekoration im Dorf gefertigt. Die ersten Bommeln und Glocken baumeln bereits an Zweigen, Schlangen aus grün-blauem Strumpfgarn winden sich um Baumstämme. Gehäkelte Borten aus der Landfrauen-Werkstatt schmeicheln der Natur. - Farbtupfer im Blätterwald.

Insgesamt 15 Bäume sollen den handgearbeiteten Festschmuck tragen, verraten Karin Albus und Rita Lange. Auch selbst gestrickte Socken fehlen nicht in der außergewöhnlichen Open-Air-Ausstellung. Meterlange Kordeln sind entstanden, die Strickliesel aus Kindertagen tat treue Dienste, lacht Emma Berschauer.

Der Clou: Ein roter Faden soll den Besuchern am Festtag den Weg durch das Dorf am Nationalpark zeigen. „Er ist sicher ein Kilometer lang“, schmunzelt Hiltrud Wolf. Mehr wollen die Landfrauen noch nicht verraten. Und die besten Ideen kommen ohnehin noch zum Schluss.

40 Künstler stellen aus

Zum Künstlerfest „Dorf-Art“ lädt die Dorfgemeinschaft am Sonntag, 1. Juli, von 11 bis 18 Uhr ins geschmückte Frebershausen ein. Es ist das vierte Künstlerfest, das seit 2006 im zweijährigen Rhythmus ausgerichtet wird. Auf vielen Höfen und Plätzen bieten etwa 40 Künstler und Kunsthandwerker Malerei, Keramik, Holzarbeiten, Textiles und weitere Produkte aus Ateliers und Werkstätten an an. Die Albertshäuser Straße ist an dem Sonntag für den Verkehr gesperrt.

Kinder erwartet ein reichhaltiges Mitmach-Angebot: Filzen, Töpfern und eine Naturwerkstatt sind geplant. Bewegungsspiele sind ebenso im Programm wie Livemusik und Straßentheater.

Noch eine Ausstellung

Mit kulinarischen Spezialitäten verwöhnen die örtlichen Vereine die Besucher. Zum Kaffeetrinken warten die Frebershäuser mit über 70 selbst gebackenen Kuchen und Torten auf.

Unter dem Titel „Wild verstrickt“ sind alle teilnehmenden Künstler außerdem aufgefordert, an einer Gemeinschaftsausstellung teilzunehmen. „Das ist für mich immer ein ganz besonderer Höhepunkt“, sagt Lisa Ohntrup.

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