Bad Wildungen

Gebührenmonstrum oder gerecht gerechnet?

- Bad Wildungen. CDU-Fraktionschef Oliver Syring hat in der Wildunger Stadtverordnetenversammlung eine Debatte über die Abwassergebühren vom Zaun gebrochen. Seine Partei will der aktuellen Rechtssprechung nicht folgen und weigerte sich, die künftige "gesplittete Abwassergebühr" zu verabschieden.

Diese sieht eine getrennte Abgabe nach Regen- und Schmutzwasser vor und richtet sich nicht mehr allein nach dem Frischwasserverbrauch. Hintergrund: Das zunehmende Versiegeln von Flächen, also das Zubetonieren, -asphaltieren und -pflastern von Erdboden schneidet nicht nur die Grundwasservorkommen vom Nachschub durch Versickern ab, sondern erhöht auch die Gefahr von Überflutungen, weil die Niederschläge über die Kanalisation in zu großen Mengen und zu rasch in Bäche und -Flüsse abfließen. Überdies sind die Kommunen deshalb gezwungen, größere Kanalsysteme zu bauen, die den wachsenden Wassermassen standhalten. Die Kosten dafür müssen stärker nach dem Verursacherprinzip verteilt werden, fordern die Gerichte, das heißt: Wer mehr Flächen versiegelt, soll auch mehr für die negativen Folgen aufkommen. Die Wildunger CDU will davon allerdings nichts wissen, Syring spricht vom "Gebührenmonstrum". (su)

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