Edersee

Gesunkener Motorsegler aus 27 Metern Tiefe geborgen

- Edersee (höh). Während einer mehrstündigen Bergungsaktion mit Berufstauchern, Feuerwehren und Wasserschutzpolizei sowie einem 220-Tonnen-Kran wurde am Dienstag Nachmittag ein gesunkener Motorsegler aus dem Edersee geborgen.

Der zehn Meter lange, zweimastige Motorsegler mit einem Leergewicht von rund 5,5 Tonnen, der zeitweise der Wettfahrtleitung bei Regatten diente, war vermutlich am Wochenende 8./9. Januar von seinem Liegeplatz an einer Steganlage im Yachthafen Rehbach gesunken. Um zu verhindern, dass es zu einer Gewässerverunreinigung durch austretenden Diesel-Kraftstoff kommt, legten die Feuerwehren aus Hemfurth-Edersee und Bad Wildungen auf Anraten der Wasserschutzpolizei ein Ölschlengel um die Unglücksstelle.

Berufstaucher entdeckten den Havarist bereits am Freitag in 23 Meter Tiefe. Gestern war ein 220 Tonnen-Autokran in Rehbach in Position gegangen, um das Schiff zu heben. „Dies gestaltete sich ausgesprochen schwierig, zum einen weil das Schiff bedingt durch den gestiegenen Wasserstand jetzt auf zirka 27 Meter Tiefe lag und zum zweiten, weil es in Schräglage auf der Backbordseite am Ende eines Geröllhanges zum Liegen gekommen war“, erläuterte Gerd Paulus von der Wasserschutzpolizei Waldeck.

Den von den Schiffseigentümern beauftragten Tauchern gelang es im zweiten Tauchgang, das Schiff zu sichern. Beim Hochziehen wurde es aufgerichtet und an der Wasseroberfläche kontrolliert leer gepumpt. „Dies war erforderlich, da es mit dem Wasser ein vielfaches seines Leergewichts gewogen hatte und so nicht aus dem See gekrant werden konnte“, so der Polizeisprecher weiter.

Da die Gefahr bestand, dass das abgepumpte Wasser mit Kraftstoff verunreinigt ist, wurde es über einen mobilen Ölabscheider (Ölsanimat) geleitet. Dazu war der Gefahrgutzug der Feuerwehr Korbach mit fünf Einsatzkräften angerückt. Die gesamte Bergung erfolgte in Abstimmung mit den zuständigen Behörden von Wasser- und Schifffahrtsamt, Wasserschutzpolizei und Unterer Wasserbehörde des Landkreises Waldeck-Frankenberg. Die vorbeugenden Maßnahmen vermieden laut Polizeisprecher Paulus eine größere Gewässerverunreinigung.

Die genaue Ursache für das Sinken des Schiffes steht noch nicht fest, die Ermittlungen wurden noch vor Ort von der Wasserschutzpolizei aufgenommen und entsprechende Spuren gesichert.

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