Seit Mitte April hat „Finchen“ drei Töchter, die als Halbwaisen aufwachsen

Glück und Leid Seit’ an Seit’ bei Otters - Video

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Von der sicheren Höhle aus wird die Umgebung erkundet, zum Beispiel das Pumpenhaus, unter dem man sich verstecken kann.

Edertal-Hemfurth-Edersee. - Am 16. April kamen im Wildtierpark Edersee drei junge Otterweibchen zur Welt. Inzwischen unternehmen sie die ersten Entdeckungsreisen in ihr großes Gehege. Die Aufsicht leistet allein Mutter „Finchen“, denn Vater „Otto“ ist gestorben.

Am 11. Juni segnete er das Zeitliche, „obwohl wir mithilfe tiermedizinischer Betreuung alles versucht haben ihn zu retten“, berichtet Parkleiter Albert Hernold. Die Obduktion des etwa zehnjährigen und damit nicht allzu alten Männchens ergab, dass er an einem Leberschaden litt.

Von all dem ahnen seine drei Töchter nichts, die mit ein wenig Glück von den Besuchern zu entdecken sind, gerade, wenn Albert Hernold zum Füttern mit - derzeit noch aus der Kühltruhe stammenden - Fischen anrückt: Rotfedern, Rotaugen und ähnlichen Leckerbissen.

Noch wasserscheu

Mit ihrem eigentlichen Element, dem Wasser, haben sich die drei jungen Damen noch nicht richtig vertraut gemacht, verrät der Wildparkleiter: „Sie werden von der Mutter zum Schwimmen gezwungen.“

Selbst für den gelegentlichen Beobachter lassen sich die drei unterschiedlichen Charaktere des Nachwuchses gut erkennen: Eins der jungen Weibchen ist immer vorne dran, verrät große Neugierde in seinem Tun und zeigt wenig Angst, während ein anderes sich am liebsten versteckt, so weit es irgend geht. Die dritte Tochter hält sich mit Mut und Vorsicht in der Mitte zwischen ihren Schwestern.

Etwas über ein Jahr bleiben die jungen Otterweibchen auf jeden Fall bei der Mutter, so wie es in freier Wildbahn der Fall wäre.

Was danach geschieht, steht nicht fest. „Wenn wir verkaufen oder abgeben können, werden wir das tun“, meint Hernold.

Zunächst reine Frauen-WG

Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit zu einem Tausch. Ein junges Männchen gegen ein junges Weibchen, damit „Finchen“ wieder einen Ehegatten bekommt. „Eilig haben wir es damit aber nicht“, fügt Hernold mit Blick auf die reine Frauen-WG im großen Gehege hinzu.

Denn im Allgemeinen bringen Otterweibchen nur alle zwei Jahre Nachwuchs zur Welt, eben weil sie die Jungtiere relativ lange bei sich behalten.

„Finchen“ wäre nach dieser Rechnung 2015 wieder an der Reihe.

2011 hatte sie zwei Junge geboren, ein Brüderchen und ein Schwesterchen. Damals waren Löcher in den Zaun geschnitten worden, durch die Vater Otto für einige Zeit ausgebüxt war. Später kam eines der Jungen unter ungeklärten Umständen in einem Behälter zu Tode, in dem Lebendfische als Futter für die Wassermarder gehalten wurden.

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