Angehörige legen an der Unglücksstelle Blumen nieder

Golf-Deutschland trauert um Opfer

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Waldeck - Waldeck ist unter Schock. Klaus Albrecht (45), Geschäftsführer der Waldecker Golfanlage und Vertreter der Betreibergesellschaft mit Sitz in München, eilte am Samstag von Bayern in die Bergstadt. „Das ist das größte Unglück, was auf einer Golfanlage passieren kann.“

Betreiber und Mitarbeiter der Golfanlage bekunden den Familien der Opfer ihr Beileid. Anteilnahme registrierte er auch aus anderen Teilen der Republik, empfing etliche Telefonanrufe: „Ganz Golf-Deutschland trauert um die Opfer.“ Die Golfanlage wurde bis auf weiteres geschlossen. Sämtliche Veranstaltungen der nächsten beiden Wochen sind abgesagt.

Die Golfer aus dem Landkreis Kassel sind keine Unbekannten auf der Waldecker Anlage. Sie gehörten laut Albrecht zur Betriebssportgruppe Golf der Sparkasse in Kassel, die in Bad Arolsen golfe und gelegentlich auch in Waldeck spiele. Ursprünglich hatte sich die Gruppe in größerer Zahl angesagt, nach einigen Absagen im Vorfeld starteten dann aber nur drei Männer und vier Frauen am Freitagmittag.

Im Golfhaus sorgte das angekündigte Gewitter an dem Tag für Gesprächsstoff, so der Münchener Kaufmann. „Das Hauptthema, was einen Golfer bewegt, ist der Platzzustand und das Wetter.“ Rechtzeitig fertig werden vor dem Regenguss, ohne abbrechen zu müssen sei meist das Bestreben der Sportler. Dabei werde mitunter das Risiko bei aufziehenden Gewittern unterschätzt.

Am Freitag waren einige Golfer unterwegs, darunter auch eine Kindergruppe, die aber rechtzeitig vor dem Sommergewitter ihr Spiel beendete. Für die Gäste aus dem Kasseler Raum endete der Nachmittag mit einer Tragödie.

Angehörige legten am Samstag an der Unglücksstelle Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen werde die Hütte abgesperrt und abgerissen. Auf der ganzen Golfanlage stehen weitere baugleiche Unterstände. „Sie sind nur als Regen- oder Sonnenschutz gedacht, aber keinesfalls als Unterstand als Gewitter“, sagt Albrecht.

Was tun, wenn der Donner groll? „Auf jeden Fall weg mit den Schlägern, weil Metall den Blitz anzieht und schnellstens rein ins Clubhaus, denn das hat einen Blitzableiter.“In Gesprächen mit Experten soll geklärt werden, was mit den restlichen Schutzhütten passieren soll. „Unterstände dieser Art gibt es auf den meisten Golfplätzen.“

Am Samstag beriet der Geschäftsführer mit den zehn Mitarbeitern und später mit dem Club-Vorstand die tragischen Ereignisse. „Alle sind total geschockt, es herrscht eine gedrückte Stimmung.“ Der Präsident des Golfclubs, Dr. Dieter Herguth (Sachsenhausen), war einer der Ärzte am Unfallort. Das Geschehene müsse nun aufgearbeitet werden, falls erforderlich mit Hilfe von Psychologen und Seelsorgern.

von Conny Höhne

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