Bad Wildungen

Graue Vorzeit bringt Gewinn

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- Bad Wildungen (vt). Was für eine Vorstellung: Diese kleinen, zumeist dreieckigen Zähne steckten einmal im Maul eines Hais – vor bis zu 65 Millionen Jahren, als an Land Tyrannosaurus Rex und Triceratops herrschten. Die versteinerten Haifischzähne überdauerten bis in unsere Tage – wo sie demnächst die Dekolletés der Wildunger Damen zieren.

Das hoffen zumindest die Jungunternehmerinnen und -unternehmer von „Hai-Society“. Im August haben sie ihren Betrieb gegründet – der im Mai 2012 planmäßig wieder aufgelöst wird. Denn es handelt sich um ein „Junior-Unternehmen“ der Hans-Viessmann-Schule, wie sie seit zehn Jahren alljährlich dort ins Leben gerufen werden. Schülerinnen und Schüler der zweijährigen Berufsfachschule „Wirtschaft und Verwaltung“ probieren jedes Mal auf diese Weise aus, wie sie Lerninhalte aus Buchhaltung, Marketing & Co ins Wirtschaftsleben einbringen. Sie bilden Abteilungen, wählen deren Leiter, einen Vorstand und verteilen die Aufgaben. „So erfassen die Schüler viel schneller den Sinn dessen, was wir im Unterricht vermitteln“, ergänzt Klassenlehrerin Gudrun Bächt. „Das ging bei euch alles sehr schnell und gut. Das habt ihr toll gemacht“, lobt Roland Friedrich, einer aus dem vierköpfigen Lehrkräfteteam des Projekts 2011.

„Er hat uns auf die Geschäftsidee gebracht“, erklärt Marcel Katte, von den 23 Jugendlichen zum Vorstandsvorsitzenden bestimmt. In 20 Jahren Urlaub an der niederländisch-belgischen Nordseeküste hat Roland Friedrich rund 150 versteinerte Haifischzähne gesammelt und den Schülern zur Verfügung gestellt. „Man muss etwa eine Stunde lang suchen, bis man einen solchen Zahn findet“, fügt der Lehrer hinzu. Ähnlich aufwendig ist das Bearbeiten der Zahn-Steine, berichtet Piramilan Uthayakumar aus der Produktionsabteilung der „Hai-Society“: „Mit feinen Bohrern machen wir für Lederbänder vorsichtig Löcher in die Zähne.“ Kombiniert mit Holzperlen oder Metall-Accessoires entstehen Halsketten, Armbänder und Ohrringe. „Alles Unikate“, betont Wirtschaftspatin Heidi Reuter, Betreiberin eines Bastelstübchens in Wohratal. Sie half den jungen Leuten beim Aufbau der Fertigung.„Hai-Society“ verkauft seinen Schmuck vom 17. Oktober bis 11. November in der Brunnenallee 32 (Eichhof-Passage); montags bis freitags, 9 bis 18 Uhr, sowie samstags von 9 bis 13 Uhr.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Freitag, 6. Oktober

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