Hermine oder der drei Wochen alte Josef – wer wird Uhu Heinrichs Nachfolger?

Greifenwarte sucht Streichelstar

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Edertal-Hemfurth-Edersee - Ob ein begehbares Damwild-Gehege, neue Informationsschilder oder ein barrierefreier Pfad mitten durch das Revier der Wildschweine – auf dem traditionellen Rundgang mit dem Förderverein hatte Wildtierpark-Leiter Albert Hernold wieder viel Wissenswertes zu berichten.

Die Kälte und Nässe der vergangenen Monate hat auch dem Wildpark in so manchem Punkt die Ernte verhagelt. Mit der Einweihung des barrierefreien Rundweges durch das Schwarzwildgehege kann deshalb erst im Mai gerechnet werden. Die Verantwortlichen hoffen, dann auch in der neuen „Gerüchteküche“ erstmalig reinen Wein einschenken zu können. Märchen und Sagen rund um heimische Tierarten stehen wirklichkeitsgetreuen Fakten gegenüber. So erfahren Besucher, ob ein Wolf tatsächlich die Großmutter fressen kann. Die Kosten für ein „Waldsofa“ in Höhe von 7000 Euro, das im Inneren als Sitzgelegenheit dienen soll, übernimmt der Förderverein.

Die ungünstige Witterung hat bereits im vergangenen Jahr dazu geführt, dass die Besucherzahl mit 114?000 Gästen leicht zurückging. Zwischen Wisenten und Tarpanen wurde ein etwa 200 Quadratmeter großes Separationsgehege angelegt, um die Tiere im Bedarfsfall besser behandeln zu können. Dieser wird bald eintreten, denn den Verwandten der amerikanischen Bisons steht demnächst eine Blutuntersuchung ins Haus. „Der Vorteil ist eben, dass wir das Gehege für beide Tierarten nutzen können“, erläuterte Hernold. Während es bei den Luchsen 2012 Nachwuchs gab, wollte sich bei den Fischottern keiner einstellen.

Die Wildpark-Leitung hofft, dass es in diesem Jahr wieder Welpen von den possierlichen Wassersportlern zu bewundern gibt. Vier bis fünf Waschbären sollen sich ab Sommer in einem neu gestalteten Gehege tummeln. Außerdem ist für die putzigen Gesellen ein Beschäftigungsprogramm geplant, das per Knopfdruck von den Besuchern gesteuert werden kann. „Für die Kinder ist das natürlich eine sehr schöne Sache“, meinte Hernold. Edertals Bürgermeister Klaus Gier, der auch als Vorsitzender des Fördervereins Wildtierpark in die Fußstapfen von Wolfgang Gottschalk getreten ist, machte sich schon mal mit dem einen oder anderen Wildparkbewohner näher bekannt.

Rascher als gedacht könnte der jüngst verstorbene Streichel-Uhu „Heinrich“ einen Nachfolger finden, erläuterte Falkner Ludger Kluthausen den Vereinsmitgliedern – oder eine Nachfolgerin. Denn das Greifenwartenteam präsentierte die sechs Jahre alte Uhudame „Hermine“. Ein privater Falkner hatte sich an Kluthausen gewandt. Mit ihren „Schuhu“-Balzrufen störte die große Eule die Nachbarn ihrer Besitzer in Heidelberg. „Unter Tränen muss sich die Familie deshalb von Hermine trennen“, erklärt Kluthausen. Augenblicklich gewöhnt sich der Uhu an seine neue Umgebung und die Falkner hoffen, dass sich die zahme Dame bald auch von Besuchern berühren lässt.

Falls nicht, stünde der nur drei Wochen alte „Josef“ als möglicher neuer Streichelstar bereit, angekauft aus dem Wildpark Hellental in der Eifel. „Das überschnitt sich. Als wir ihn gerade hatten, kam der Anruf wegen Hermine“, schildert Kluthausen. Sicher ist, dass nur einer der beiden Uhus in der Greifenwarte bleibt. Der zweite wird dann an einem der anderen Standorte der Greifenwarte eingesetzt. (sh)

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