Große Resonanz beim Gitarren-Festival: Heike Matthiesen brilliert im Barocksaal

Ein großartiger Hörgenuss

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Spitzen-Gitarristin Heike Matthiesen gastierte im ausverkauften Barocksaal mit einem Konzert auf hohem Niveau.

Bad Wildungen - Überwältigt sind die Organisatoren von der Resonanz beim ersten Gitarren-Festival in der Region Edersee. Auch vor Beginn des Konzerts von Heike Matthiesen auf Schloss Friedrichstein wurden viele zusätzliche Stühle gerückt.

Veranstaltungsleiter Gereon Schoplick vom Staatsbad freute sich über das große Interesse an der Veranstaltungsreihe. Alle bisherigen Veranstaltungen waren ausverkauft. Offenbar gibt es eine große Fangemeinde klassischer Gitarrenmusik.

Heike Matthiesen gilt als eine der besten deutschen Gitarristinnen, die weltweit erfolgreich ist. Gelungener Auftakt ihres großartigen Konzertes in Altwildungen waren Variationen über ein Thema aus Wolfgang Amadeus’ „Zauberflöte“ von Fernando Sor (1776-1839). „Ich schmuggele immer gerne etwas Mozart in meine Programme ein“, verriet die Solistin. Im Barocksaal ließ sie das Glockenspiel des Papageno zart, sensibel-beschwingt und virtuos nur so dahinperlen.

Viele bekannte Gitarrenstücke wurden ursprünglich für Klavier geschrieben, auch die meisten im Programm von Heike Matthiesen. Sie spielte den „Spanischen Tanz Nummer fünf“ von Enrique Granados (1867-1916) und Kompositionen von Isaac Albeniz (1860-1909) und des Begründers der neuen spanischen Gitarrenschule Francisco Tarrega (1852-1909). Von ihm war dessen berühmter melodischer Tanz „Gran Jota“ zu hören. Der zweite Teil des Konzertes begann mit der „Fantasie über Don Juan opus 28“ von Johann Kaspar Mertz (1806-1856), gelungene Variationen über Musik aus Mozarts „Don Giovanni“.

Ebenso einfühlsam und großartig interpretiert: Tarregas Gitarren-Bearbeitung des zweiten Satzes (Adagio cantabile) von Ludwig van Beethovens „Pathetique“. Kommentar einer faszinierten Zuhörerin: „Das ist zum Dahinschmelzen schön.“ Nach zwei weiteren Werken von Albeniz ging das stimmungsvolle Konzert auf hohem Niveau mit drei Stücken von Tarrega zu Ende.

Matthiesen begeisterte mit subtiler Spannung, überlegter Differenzierung von Tempi und einer perfekten Technik, mit musikalischem Gespür für die Stimmungen in den spanischen Gitarrenwerken und deren herausragenden Interpretationen. Für lautstarken Applaus präsentierte die Musikerin zwei Überraschungen als Zugaben: eine besonders schöne Version des Hans-Albers-/Freddy Quinn-Songs „La Paloma“ und aus der „Lustigen Witwe“ von Franz Lehar den Evergreen „Lippen schweigen, ’s flüstern Geigen, hab mich lieb“. Auch diese Operetten-Schnulze wurde unter den Fingern von Heike Matthiesen zu einem musikalischen Kunstgenuss.

Das nächste Konzert des Gitarrenfestivals Region Edersee in Bad Wildungen findet am heutigen Mittwoch, 19.30 Uhr, im Thabu-Theater statt: „Fingerstyle Guitar“ mit Ulli Bögershausen.

Zum nächsten Friedrichstein-Kammerkonzert kommt am Donnerstag, 22. November, 19.30 Uhr, Tom Daun mit keltischen Harfen. (szl)

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