Frischquak

Grüne Rollen

- "Hessen wird Grün“, schallte es durch die Wandelhalle Donnerstagabend. Erst mal tauchte sich das altehrwürdige Gebäude selbst einschließlich der Wasserwand in zartgrünes Frühlingslicht, zur Freude der Gastgeber.

Bestens gelaunt quittierten sie sogar einen kleinen Sabotageakt des früheren Wunsch-Koalitionspartners mit einem Lachen: SPD-Anhänger schalteten die LED-Beleuchtung für einige Minuten auf Rot. Fraktionschef Mathias Wagner würdigte Bad Wildungen zur Begrüßung als „ideales Ziel für eine Fastenwanderung, wie ich selbst voriges Jahr erlebt habe.“ Besonders, wenn man nach 21 Uhr eintrifft. Dann wird’s nämlich eng mit Happa-Happa auf der Brunnenmeile … Dafür finden sich eine Menge fähige Psychologen und Psychiater in den vielen auf Psychosomatik setzenden Wildunger Kliniken. Die Grünen können’s gut gebrauchen, spalten sie doch aktuell quasi professionell ihre Persönlichkeit. Auf Kreisebene sind sie aktiv in einer rot-grünen Kernkoalition, auf Landesebene regiert Schwarz-Grün, und im Bund müssen sich die Grünen mit Tiefrot in der Opposition gegen Schwarz-Rot an der Macht behaupten. Ach ja – nicht zu vergessen die Ampel-Variante auf der lokalen Schiene in der Badestadt. Wer soll da durchfinden? Mathias Wagner versucht es so: „Im Landtag ändert sich der ruppige Ton. Die CDU wird ihren früheren Koalitionspartner FDP nicht allzu hart angehen, und wir wollen der SPD nicht zu weh tun.“ Kommentar eines Beobachters: „Guildo Horn lässt grüßen. Jetzt haben sich alle lieb.“ Kommentar eines zweiten Beobachters: „Die sind wirklich eine stinknormale Partei geworden …“Na ja, ein paar alte Reflexe gilt es noch zu überwinden, räumte Jürgen Frömmrich ein: „Einige in unserer Landtagsfraktion müssen erst lernen, brav zu applaudieren, wenn ein Kollege von der CDU redet.“

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