Bad Wildungen

In Grund und Boden genagt

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- Bad Wildungen (su). Brettspielfans fürchten die Situation: Dein Gegner schiebt immer dasselbe Steinchen hin und her und mit jedem Zug darf er dir einen deiner Steine, eine deiner Handlungschancen nehmen, ohne dass du dich wehren kannst: das System Zwickmühle. Die Wildunger Stadtverordneten stecken drin; der Gegner ist der Zahn der Zeit, der das Heloponte praktisch in Grund und Boden genagt hat.

Grausame Wahrheiten mussten sich die Parlamentarier anhören bei der gemeinsamen Sitzung von Planungs- und Finanzausschuss am Mittwochabend in der Wandelhalle. Als Boten der schlechten Nachrichten traten Architekt Reinhardt Eule vom Planteam Ruhr und Heiko Schumacher von der Ingenieurgesellschaft Bennert auf.

Beide Unternehmen waren an der Sanierung des Baunataler „Aquaparks“ beteiligt. Beide weisen langjährige Erfahrungen im Bäderbau auf. Kurz, hart, präzise sind ihre zentralen Aussagen: Die Betonbecken, die technischen Anlagen, die Duschen und Toiletten, die Böden – beinah alles ist marode, von Korrosion zerfressen, durchsetzt von Lecks, die niemand aufspüren kann; alles nicht auf dem heutigen Stand der Technik und der Hygienevorschriften (etwa in Bezug auf Legionellen).

Die geschätzten Kosten für die Sanierung liegen jenseits der 8 Millionen Euro. Für dieses Geld bekäme die Stadt ein modernisiertes Bad mit Neubaustandard und demselben Angebot wie derzeit. Nennenswerte Einsparungen an dieser Summe ohne ein drastisches Abspecken der Leistung sind nach Ansicht der beiden Fachleute unmöglich.

Wenn die Stadt nicht investiert, muss sie nach Einschätzung von Reinhardt Eule das Bad in ein bis fünf Jahren schließen, weil die Statik nicht mehr stimmt und Einstürze drohen. Wenn die Stadt das Heloponte saniert, schließt das Bad trotzdem für zwei Jahre – so lange dauern die Arbeiten.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Freitag, 4. März.

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