Landkreis, Vorstand und Geschäftsführung berichten auf Mitgliederversammlung des Kellerwaldvereins

Gute Bilanz, noch bessere Aussichten

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Eines der vielen geförderten Projekte: das Mühlenmuseum in Freienhagen.

Bad Wildungen/Haina-Löhlbach. - Knapp 2,2 Millionen Euro an EU-Fördergeldern sind von 2007 bis 2013 in die Kellerwaldregion geflossen: in die Region zwischen Waldeck im Norden, Gilserberg im Süden, Lichtenfels im Osten und Bad Zwesten im Westen.von matthias schuldt

Mehr als 500 000 Euro davon gingen an Bio-Rohstoff-Projekte, mehr als 1,6 Millionen Euro an Tourismusvorhaben, Existenzgründungen und Ähnliches mehr. In der Mehrheit wurden private Unternehmer unterstützt. Kommunen erhalten Geld für Infrastruktur-Projekte.

Die Zuschüsse lösten Investitionen in einer Gesamthöhe von 9 Millionen Euro aus. Seit 2008 entstanden 76 neue Arbeitsplätze, die meisten davon in Vollzeit.

Die Zahlen zeigen, wie viele Impulse die an den Stammtischen oft geschmähte Europäische Union in der Region gesetzt hat. Die Wertschöpfung, die aus den Investitionen entsteht, hat dabei noch niemand untersucht und berechnet.

Wildungens Bürgermeister Volker Zimmermann, zugleich Vorsitzender des Kellerwaldvereins, Geschäftsführerin Lisa Küpper und Irmhild Weber vom Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung legten bei der Mitgliederversammlung des Vereins in Haina-Löhlbach die beeindruckende Bilanz vor. Über Kreis und Verein laufen Bewilligung und Verteilung des Geldes.

Die nächste Förderperiode steht vor der Tür. Sie reicht von 2014 bis 2020. Der Kellerwaldverein muss sich erneut bewerben, doch niemand hegt Zweifel, dass diese regionale Entwicklungsgruppe als eine der aktivsten und erfolgreichsten in Deutschland wieder den Zuschlag erhält.

Der Region standen für 2007 bis 2013 eigentlich nur knapp 1,4 Millionen Euro an Zuschüssen aus dem Topf zu, doch weil die Projekte überzeugten und andere Regionen ihre Gelder nicht komplett abriefen, wurden am Ende mehr als 1,6 Millionen Euro daraus. „Für die nächste Periode stehen mehr als 2 Millionen Euro in Aussicht“, erklärt Lisa Küpper.

Einige Änderungen gibt es, mit Vor- und Nachteilen für private Zuschussnehmer. Statt bislang 3000 Euro müssen sie mindestens 10 000 Euro investieren. Dafür dürfen sie sofort mit ihrem Projekt anfangen und müssen nicht erst auf den offiziellen Bewilligungsbescheid warten.

Es bleibt dabei, dass ein neuer Arbeitsplatz entstehen und mindestens fünf Jahre erhalten bleiben muss, sonst wird der Zuschuss zurückgefordert.

Die teilnehmenden Regionen müssen mindestens 50 000 und dürfen höchstens 150 000 Einwohner aufweisen (bei einer Toleranz von plus/minus 15 Prozent). Zusätzliche Gelder aus einem zweiten EU-Fördertopf stehen bereit. Weitere Neuerungen verbessern die Finanzausstattung des Kellerwaldvereins obendrein. Zu guter Letzt ist Fritzlar an den Kellerwaldverein herangetreten. Die Domstadt möchte Mitglied werden und an den Fördergeldern aus Europa teilhaben. Der Vorstand diskutiert das unter Beteiligung aller Bürgermeister bei seiner nächsten Sitzung, kündigte Volker Zimmermann in Löhlbach an.

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