Durchschnittlich vier Kilogramm Gewicht durch mehr Bewegung und andere Ernährung verloren

Von 42 halten 28 die Abnehm-Aktion durch

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70 Prozent des Erfolges beim Abnehmen entfallen auf die richtige Ernährung, 30 Prozent trägt ein Mehr an Bewegung bei, bestätigte die Aktion der Wildunger Studentin Cyla Wehbe.Foto: Archiv

Bad Wildungen - Cyla Wehbe schaut mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück: Vier Wochen lang testete sie mit Freiwilligen, was sich mit mehr Bewegung und einer Ernährungsumstellung zu Gunsten eines gesunderen Körpers erreichen lässt.

Die junge Studentin der Ernährungswissenschaften freut sich über Ergebnisse wie diese: Insgesamt nahmen die Probanden 107,8 Kilogramm während des Monats ab, davon 76,2 Kilogramm Fett und 10,8 Kilogramm Muskelmasse. „Normalerweise liegt der Anteil der verlorenen Muskelmasse höher“, sagt sie.

Enttäuscht ist Cyla Wehbe darüber, dass 14 der ursprünglich 42 Teilnehmenden nicht über die vier Wochen durchhielten. „Damit fehlen mir am Ende genau zwei Leute, um die Ergebnisse als Studie in meiner Bachelor-Arbeit verwenden zu können“, erklärt sie, denn das war der Anlass für die Aktion. Eine eigene Studie als Grundlage hätte die Abschlussarbeit sehr geschmückt und aufgewertet. Die Studentin hat diesen Rückschlag inzwischen verdaut, richtet die Arbeit etwas anders aus und kann die Resultate ihrer Aktion zumindest als Beispiel anführen, wenn auch nicht im Rang einer Studie.

Leute erreicht, die sonst Fitnessstudios meiden

„Es war eine tolle Erfahrung, auch weil es gelang, Menschen in ein Fitnessstudio zu holen, die sich sonst niemals getraut hätten“, berichtet sie. Das Durchschnittsalter derer, die sich auf den öffentlichen Aufruf meldeten, lag bei 35 Jahren. Die Jüngsten waren um die 20, die Ältesten 70. „Von 42 zu Beginn waren nur vier Männer“, fügt Cyla hinzu. Zwei der Interessierten brachten zum Start 180 und 195 Kilogramm auf die Waage.

Mit jedem Einzelnen und jeder Einzelnen legte Cyla einen persönlichen Ernährungsplan an. „Zu 70 Prozent geht ein Gewichtsverlust auf geänderte Ernährung zurück. Die restlichen 30 Prozent steuert die Bewegung bei“, erklärt sie. Das spiegele sich darin wider, dass bei einer durchschnittlichen Gewichtsabnahme von vier Kilogramm diejenigen mehr abnahmen, die konsequent alle angebotenen Ernährungsvorträge besuchten und die Ratschläge bei ihrem geänderten Verhalten berücksichtigten, meint die Studentin. Sich bewusst werden darüber, welche Nahrungsmittel Kohlenhydrate, Fette, Proteine und Spurenelemente enthalten, wann was und in welcher Zusammenstellung positiv wirkt, darum ging es in den Kursen.

Viele Informationen mit Überraschungseffekt

„Die meisten waren überrascht davon, dass 60 Prozent Eiweiße, 20 Prozent Kohlenhydrate und 20 Prozent Fett eine ausgewogene Ernährung darstellen“, schildert Cyla. Einen weiteren Überraschungseffekt erzielte sie mit der Information, dass Zusatzstoffe wie Aromen in industriell verarbeiteten Lebensmitteln zum Übergewicht beitragen, weil sie den Stoffwechsel negativ beeinflussen können.

Obwohl Disziplin gefragt ist, hält Cyla Wehbe den Ball flach: „Ziel war es, die Vorgaben sechs Tage in der Woche durchzuhalten.“ Am Wochenende konnten die Probanden mal sündigen, ohne den Erfolg zu gefährden.

Von Matthias Schuldt

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