SPD-Ortsvereine küren Bürgermeisterkandidat: 100 Prozent Zustimmung

Haselböck will Rathaus erobern

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Waldeck - Marko Haselböck kandidiert bei der Bürgermeisterwahl in Waldeck. In einer Mitgliederversammlung der SPD-Ortsvereine wurde der 34-jährige Verwaltungsfachwirt mit 100 Prozent Zustimmung nominiert.

Drei Kandidaten mit SPD-Parteibuch waren laut Günther Rischard, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Wal­deck, im Rennen. Marko Haselböck überzeugte schließlich die Findungskommission und am Montagabend auch die Mitglieder der SPD-Ortsvereine Höringhausen und Waldeck bei einer Versammlung im Sachsenhäuser Gasthaus Kleppe. „Er hatte 100 Prozent Zustimmung“, verkündete Vera Reuber ein einstimmiges Votum.

Die Kandidatur war kein Schnellschuss. „Ich habe seit 2006 darauf hingearbeitet“, bekannte der Bewerber, der seit dem Jahr 2008 in einem Stellenpool der SPD eingeschrieben ist. Bei drei Gemeinden habe er sich bereits vorgestellt, aber nach eigenen Angaben nicht das für ihn geeignete Lebensumfeld gefunden.

„In Waldeck muss man nicht lange überlegen, das ist eine Stadt, da würden wir uns wohlfühlen“, sagte der 34-Jährige mit Blick auf seine Partnerin Jennifer Pflüger. Das Paar hat einen vier Jahre alten Sohn und kennt die Region. Seit sechs Wochen stehe er in Kontakt zu den Wal­decker Sozialdemokraten. Den Stein ins Rollen brachte Fraktionsvorsitzender Dieter Kiepe, der den 34-Jährigen zufällig im Rathaus von Lohfelden getroffen hatte, wo Haselböck die Ordnungsverwaltung leitet.

In die Stadtteile

„Wir wollen nicht nur verwalten, sondern gemeinsam gestalten“, steckte Rischard die Ziele ab. „Das ist genau mein Metier“, sagte der SPD-Kandidat. Er arbeite gern mit Bürgern, sieht den Beruf des Bürgermeisters als Berufung an.

Den Wahlkampf will er „so transparent wie möglich“ gestalten. Er setzt insbesondere auf die sozialen Netzwerke im Internet und präsentiert sich auf seiner Homepage www.marko-haselboeck.de.

In allen Waldecker Stadtteilen will er bei Festen und anderen Veranstaltungen präsent sein und mit den Einwohnern ins Gespräch kommen. Den Kontakt suche er auch zu den anderen politischen Gruppierungen im Parlament, signalisierte der Sozialdemokrat. Abgeordnete der Grünen nahmen als Zuhörer an der Vorstellung des Kandidaten teil.

Am 28. Oktober wird die Bevölkerung zur Bürgermeister-Direktwahl in Waldeck aufgerufen. Der amtierende Bürgermeister Jörg Feldmann (45) hatte bereits vor einigen Monaten seine erneute Kandidatur um den Chefsessel im Sachsenhäuser Rathaus angekündigt.

Hintergrund

Der gebürtige Gießener Marko Haselböck wuchs in Kassel auf und studierte an der Verwaltungsfachhochschule­ Wiesbaden. Nach seinem Abschluss schlug der Verwaltungsfachwirt zunächst eine Laufbahn bei der Polizei ein, war zuletzt bis 2008 Polizeioberkommissar im Polizeirevier Eschersheim. 2008 wechselte er in die Ordnungsverwaltung der Gemeinde Lohfelden, die er seit 2010 leitet.

Berufsbegleitend absolvierte Haselböck an der Uni in Kassel das Studium der Verwaltungswissenschaften. Kommunalpolitische Erfahrungen sammelte der Sozialdemokrat als Gemeindevertreter in Lohfelden, engagierte sich in der Gewerkschaft der Polizei und arbeitete in Gremien der SPD mit, war unter anderem Vorsitzender des SPD-Unterkreises Söhre. Marko Haselböck ist Mitglied in der Karnevalsgesellschaft und in der Freien Sport- und Kulturgemeinde Lohfelden (2100 Mitglieder), wo er seit 2004 Gesamtjugendleiter ist.

Ausgezeichnet wurde er unter anderem für sein Engagement während des Hochwassers in Dresden und für die Rettung eines Menschen vor dem Flammentod. Zu seinen Hobbys zählt er Kommunalpolitik, Wirtschaft, Fitnessstudio, Laufen, Internet und Schauspielerei.(höh)

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