In Wildungen und Kellerwald keine Vorranggebiete für Windenergie ausgewiesen

Heftiger Gegenwind aus Kassel

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Bad Wildungen - Im Teilregionalplan Energie Nordhessen 2013 sind weder im Wildunger Stadtgebiet noch im Naturraum Kellerwald Vorranggebiete für Windenergie ausgewiesen.

Die bisher favorisierten Flächen in Mandern scheiden aus wegen der Schutzkorridore des Bundeswehrflughafens Fritzlar und des Segelflugplatzes in Bad Wildungen. In diesen sogenannten Suchraumkulissen sind Einzelfallprüfungen vorgesehen. Erste Voreinschätzung des Regierungspräsidiums Kassel: „Die entgegenstehenden Belange sind so schwerwiegend, dass die Entwicklung der Windenergie dort kaum vorstellbar ist.“

Das gelte auch für die vier ausgewiesenen Suchraumkulissen in Bad Wildungen. Der Magistrat schlug vor, die bisher angedachten Flächen in den neuen Plan aufzunehmen. Bei der Stellungnahme zum Teilregionalplan tat sich das Stadtparlament am Montagabend in öffentlicher Sitzung schwer.

„Es geht nicht darum, Windräder zu bauen, sondern um die Option dafür zu haben“, warb Stefan Riedel (Grüne/Bündnis 90) für Zustimmung. Die versagte Mark Vaupel (CDU). „Der Kelch ist an uns vorübergegangen“, merkte er an. Wenn der Wind nicht so heftig wehe, dass sich Windräder lohnen, „dann sollte man nicht auf Gedeih und Verderb dagegen angehen, sondern es so akzeptieren“.

Auch Dr. Hans Schultheis berief sich auf die Aussagen von Windexperten. „Warum sollen wir mit dem Kopf gegen die Wand laufen?“, fragte er. Jens Lohrmann (Linke) hielt dagegen: „Wir wissen nicht, was in 20 oder 30 Jahren ist - wir sollten uns die Chance nicht verbauen.“ Darin war er sich mit Walter Mombrei (SPD) einig. „Die nächste Bundeswehrreform kommt bestimmt“, sagte der SPD-Sprecher und schloss spätere Korrekturen zur Einflugschneise der Heeresflieger nicht aus. Jürgen Graul (fraktionslos) signalisierte Unterstützung für die Koalition. „Wir sollten nicht zu gläubig sein“, deutete er auch auf umstrittene Expertenmeinung hin.

Die CDU ließ sich nicht umstimmen. Die Fraktion sei für Windanlagen auf Flächen, wo sie tatsächlich ertragreich seien, erläuterte CDU-Sprecher Oliver Syring. „Aber wir brauchen keine Quoten-Anlage in Bad Wildungen.“

Rechte sichern

Bürgermeister Volker Zimmermann startete einen letzten Überzeugungsversuch mit Blick auf die Folgen der Energiewende. „Photovoltaik- und Biogasanlagen sind nicht ausreichend, wenn es um die Versorgung der Stadt Bad Wildungen geht.“ Der technische Fortschritt lasse Windkraftanlagen in Zukunft möglicherweise auch auf nicht optimalen Flächen profitabel werden. Daher gehe es darum, sich die Rechte für einen möglichen Bau zu sichern. „Die Fläche in Mandern steht nicht im Regionalplan, sondern im Flächennutzungsplan - das hat der RP mit einem Federstrich für ungültig erklärt.“

Mit 17 Ja-Stimmen beschloss das Parlament gegen 13 Stimmen aus dem Lager von CDU und FWG eine Stellungnahme zum Teilregionalplan. Darin wird bedauert, dass im Stadtgebiet sowie im gesamten Naturraum Kellerwald keine Vorranggebiete für die Windenergienutzung ausgewiesen sind.

Das Parlament fordert, dass die in den bisherigen Planentwürfen enthaltenen Suchraumkorridore aufgenommen und einer naturschutzfachlichen Untersuchung unterzogen werden. Ebenso soll der „Bereich für die Windenergie“ in Mandern in den Teilregionalplan aufgenommen werden.(höh)

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