100 Sprechfunker in Ausbildung: Edertals Feuerwehren rüsten um auf Digitalfunk

Zum Herbst hin startklar

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Der Digitalfunk hält Einzug bei den Edertaler Feuerwehren. 100 der 272 Einsatzkräfte werden derzeit geschult. Bei einer Ausbildungseinheit unter der Leitung von Michael Rese (rechts) informierte sich Bürgermeister Klaus Gier (2. v. r.) an der Seite von Gemeindebrandinspektor Manfred Hankel über die neue Technik.

Edertal - Zug um Zug führen Edertals Feuerwehren den Digitalfunk ein. 100 Sprechfunker werden derzeit umgeschult. Danach sollen alle 17 Fahrzeuge fest eingebaute Funkgeräte erhalten.

Vor Jahresende wollen die zwölf Edertaler Wehren mit ihren 272 Einsatzkräften startklar sein in Sachen Digitalfunk, signalisiert Gemeindebrandinspektor Manfred Hankel. „Im Frühjahr läuft die Schulung, im Sommer werden die Geräte eingebaut, und zum Herbst hin wollen wir uns anmelden bei der Leitstelle.“ In sechs jeweils achtstündigen Lehrgängen unterweist Michael Rese von der Anraffer Feuerwehr etwa 100 von insgesamt 130 bis 140 Feuerwehrleuten mit Sprechfunkberechtigung im Umgang mit den digitalen Geräten. Dabei geht es um den Aufbau des Digitalfunknetzes, um Betriebsarten, Bedienung und um praktische Sprechfunkübungen.

Zur Funkversorgung im Gemeindegebiet sind bereits zwei Stationen in der Gemarkung Gellershausen und Giflitz in Betrieb. „Eine weitere Station soll bis zum Sommer am Oberbecken des Kraftwerks Waldeck 2 installiert werden, welche die Funkversorgung weiter verbessert“, erläutert Hankel. In jedem Feuerwehrfahrzeug wird ein Fahrzeugfunkgerät fest eingebaut, außerdem wird es mit einem Satz von vier Handsprechfunkgeräten ausgerüstet. Bisher hat die Gemeinde Edertal 62 digitale Handsprechfunkgeräte sowie 17 Fahrzeugfunkgeräte samt Zubehör für rund 40 000 Euro angeschafft. Die Bestellung erfolgte über einen Warenkorb, den das Land Hessen mit 35 Prozent bezuschusst hat (14 000 Euro).

Zur Vorbereitung auf den Funk wurde unter der Leitung von Michael Rese ein Fachausschuss gebildet, der mit den einzelnen Ortsteilwehren die Funkausstattung abstimmte.

Bürgermeister Klaus Gier überzeugte sich bei der Schulung im Feuerwehrhaus Bergheim-Gif­litz am Donnerstagabend von der reibungslosen Funktion der digitalen Empfänger. „Wir hatten zunächst eine kleinere Bestellung aufgegeben, um die Geräte auf Tauglichkeit zu testen.“ Die Sorge um Strahlenbelastung, die eine Parlamentsfraktion bereits umtreibe, zerstreute Digitalfunk-Ausbilder Rese: „Die ist geringer als bei einem Smartphone.“

Die analogen Funkgeräte werden nicht ausgemustert, sondern sollen für mögliche Einsätze in anderen Bundesländern weiterhin an Bord bleiben. Für das digitale Funknetz im Edertal steht nach Angaben des Gemeindebrandinspektors noch die Umrüstung der 100 Funkmeldeempfänger im Gemeindegebiet aus.

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