Bad Wildungen

Herbstlaub im Hochsommer

- Bad Wildungen (as/su).Die Linden in der Brunnenallee verlieren mitten im Sommer ihre Blätter. Woher kommt das? Das fragen sich besorgte Einheimische und viele Kurgäste.

Beinah täglich müssen Mitarbeiter des Bauhofes die Blätter kehren, obwohl der Herbst noch nicht in Sichtweite ist. Obwohl der Laubverlust auf Schädlinge hinweisen könnte, wie die Lindenspinnmilbe oder die Kleine Lindenblattwespe, besteht kein Grund zur Sorge um den Charakterbaum der Wildunger Allee.

Es liegt am fehlenden Regen, die Bäume stehen unter Trockenstress und werfen deshalb ihre Blätter ab. So verhindern sie, dass in niederschlagsarmen Sommern das kostbare Wasser über die Blattoberfläche verdunstet. Denselben Zweck erfüllt das Abwerfen des Laubes im Winter. In solchen Ausnahmesituationen hilft kein Gießen, teilt der Wildunger Bauhof auf Anfrage mit.

Stadtbäume befinden sich obendrein in einer besonderen Situation. Grund: Sie stehen in einem versiegelten Umfeld, in dem weitaus weniger Regen im Boden versickert als in der freien Landschaft. Rasen, direkt bis zum Stamm wachsend, entzieht zusätzlich als Konkurrent ums Wasser dem Boden und damit dem Baum die Feuchtigkeit. Unter Experten hat Rasen deshalb sogar den Beinamen „grünes Leichtuch der Bäume“.

Faustregel, damit ein Baum ausreichend Wasser bekommt: Die Scheibe freier Erde um seinen Stamm herum sollte den Durchmesser seiner Krone haben, denn das Wurzelwerk im Boden hat in etwa die gleiche Ausdehnung.

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