„Mund-Werk“ spielt dreimal vor vollem Haus das Stück „Heinz, der Weihnachtsfee“

Herzerfrischende Spielfreude

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Beifall für „Heinz – der Weihnachtsfee“; von links die Darsteller Programmengel Gesine, Carmen Schulz, Kornelia Jahn, Annette Bogunski, Christiane Eicker-Lemnitz, Lea Elsner und Vanessa Tittl.

Bad Wildungen - „Heinz, der Weihnachtsfee“ - so der Titel einer etwas anderen Weihnachtsgeschichte, die die Theatergruppe „Mund-Werk“ vor vollem Haus präsentierte.

Marion Traub hat das Stück für das Ensemble geschrieben und es mit den Laiendarstellerinnen auch inszeniert. Dreimal spielte die Gruppe auf der Bühne im Autohaus Marc vor ausverkauftem Haus und unterhielt ihre Zuschauer vortrefflich.

„So viel ergibt sich aus dem ganz normalen Alltag, wenn man nur genau und aufmerksam hinhört und beobachtet“, sagte die Autorin zu ihrem zweiten Theaterstück, das sie für „Mund-Werk“ geschrieben hat.

„Heinz, der Weihnachtsfee“ ist die Geschichte der Hausfrau Susanne (Christiane Eicker-Lemnitz), die vom Weihnachtsstress arg gebeutelt am Rande ihrer Kraft angekommen ist. Putzen, backen, dekorieren und fünf verschiedene Weihnachtslisten abarbeiten - das kostet Nerven.

Für den Weihnachtsfrieden

Susanne ist eine allein erziehende Mutter, der während ihrer Weihnachtsvorbereitungen schon mal die Tränen kommen - wenn sie sich einsam fühlt trotz ihrer zwei pubertierenden Töchter, zwei frech-kessen Gören, die lieber chillen wollen als ihrer Mutter zur Hand zu gehen. Emma (Lea Elsner) und Lisa (Vanessa Tittl) gefallen mit ihrer glänzend zur Schau gestellten Schnoddrigkeit: „Weihnachtskarten - wie spießig, in Zeiten von Facebook“.

Auch Susannes lässig-oberflächliche Schwester Elke (Annette Bogunski) hat alles andere im Kopf als im Haushalt hilfreich zu sein. Trotzdem freut sie sich auf die Lebkuchen, Zimtsterne und Springerle von Susanne. Gut, dass da „Heinz“ ins Spiel kommt „der Weihnachtsfee“ in Gestalt von Carmen Schulz in einer komischen und gekonnt komödiantisch ausgefüllten Titel- und Paraderolle.

Von der Wasserelfe zur Weihnachtsfee umgeschult („hoffentlich setzt mich die Geschäftsleitung nicht auch noch an Ostern ein“) ist er Helfer und Ratgeber für Susanne. Für alle anderen unsichtbar kauft er mit ihr den Weihnachtsbaum und sorgt - nahe am Feen-Burnout - für etwas Familienweihnachtsfrieden. Schwester Elke und die Töchter spielen dann doch Heinzelmännchen, weil sie befürchten, dass Mutter sonst in die Klapse kommt „und wir müssen dann hier putzen“.

Mit am Tisch sitzt dann auch noch die etwas wunderliche Tante Hilde, deren Rolle Kornelia Jahn Konturen verlieh, sie ist zu Besuch aus der „Seniorensammelstelle“ gekommen und nörgelt, weil sie nicht immer nur Gans oder Truthahn essen will - „was indisch-feurig Scharfes“ sollte es sein. Bis „Heinz, der Weihnachtsfee“ seinen Job so richtig gut gemacht hat, präsentierte das „Mund-Werk“-Ensemble eineinhalb Stunden lang ausgelassene Frauen-Power auf der Bühne. In den Kostümen von Renate Kapischke agierten die Darstellerinnen zur Freude ihrer Zuschauer in allen Rollen mit herzerfrischender Spielfreude. Schwer zu sagen, wer mehr Spaß an den Aufführungen hatte - die sechs Frauen auf der Bühne oder die Zuschauer.(szl)

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