Magdalena Lötzer bei deutschen Meisterschaften der Floristen auf Platz sieben

Herzschlag im Blütenrausch

Edertal-Bergheim - Die besten Floristen aus ganz Deutschland wetteiferten in den Potsdamer-Platz-Arkaden in Berlin um Meisterwürden. Hessenmeisterin Magdalena Lötzer kehrte mit einem siebten Platz ins Edertal zurück.

„Schade, es hätte auch ein vierter oder fünfter sein können“, ärgert sich die 30-Jährige über einen Fehler, der Punkte kostete. „Zwei Werkarbeiten waren zu groß.“ Berlin war nicht nur der Austragungsort, sondern auch das Thema. Acht Floristinnen und drei Floristen traten in fünf Kategorien gegeneinander an.

„Die Aufgaben bekamen wir sechs Wochen vorher zugeschickt“, sagt Magdalena Lötzer, denn alles musste vorbereitet werden, sämtliche Materialien waren mitzubringen. Dann rauchten zu Hause die Köpfe, fieberhaft wurden Ideen geschmiedet. „Meine Familie und die Mitarbeiter haben geholfen.“

Herzschlag in Papier

Ehemann und Schwiegereltern betreiben einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb sowie zwei Blumenfachgeschäfte in Bergheim und Bad Wildungen. Aber auch (ehemalige) Kollegen und der Ex-Chef der Hessenmeisterin aus Guxhagen unterstützten die Meisterschaftsteilnehmerin mit Rat und Tat.

Mit einem Anhänger voller Blüten und Material reiste die Bergheimerin in die Bundeshauptstadt. Unterstützt wurde sie wie schon bei der Hessenmeisterschaft von ihrem ehemaligen Arbeitskollegen Stefan Barth als offiziellem Helfer.

Der Wettkampf begann mit einer Pflanzarbeit über das „historische Berlin und prächtige Parkanlagen“, die die Edertalerin mit französischen Rosen in Szene setzte. „Der Herzschlag Berlins“ lautete das Motto für einen Blumenstrauß, den Lötzer in eine Zeitungstüte mit Berliner Tageszeitungen kreierte. „So is(s)t die Welt“ und „Berlin mal anders“ lauteten die Leitlinien für floralen Tischschmuck und eine Überraschungsarbeit.

Pech für die Bergheimerin: Aus technischen Gründen war ihr filigranes Spinnennetz aus Blüten und Fäden wenige Zentimeter aus dem vorgegebenen Maß geraten. Und an einem zweiten Werkstück machte sich just, als die Blumen-Designerin fertig war, eine Ranke selbständig und sprengte ebenfalls den vorgegebenen Rahmen. Dafür kassierte sie Punktabzug. „Das hätte nicht passieren müssen“, ärgert sich die 30-Jährige.

Im Bundesfinale habe sich gezeigt, dass Erfahrungen auf nationalen und internationalen Wettbewerben Gold wert sind, vergleicht Lötzer die Leistungen ihrer Mitbewerber. Auch die Professionalität beeindruckte die Edertalerin. „Einige hatten Materialeinsatz im Wert von 10000 Euro.“

„Gute Helfer“

Sehr zufrieden war die in Polen geborene und in Altwildungen aufgewachsene junge Frau mit ihrer Tischdekoration. Ihr Plexiglastisch mit einem Blütenrausch an Alu-Stangen, der mit einer Wolke aus Trockeneis in Szene gesetzt wurde, kürten die Juroren zur zweitbesten Arbeit. „Ich hatte gute Helfer, und das ist wichtig, denn so einen Wettbewerb kann man nur im Team bewältigen“, betont die Floristin. I-Tüpfelchen der Dekoration waren ein von Klaus Breining konservierter Cappuccino und eine Süßspeise auf dem Tablett.

Ob sie beim nächsten Hessen-Entscheid 2014 wieder antritt, das lässt sie noch offen. „Ich wüsste jetzt, worauf es ankommt“, glaubt die 30-Jährige. Aber die Teilnahme sei mit großem Aufwand und erheblichen Kosten verbunden. Rund 8000 Euro habe sie ihre Teilnahme an zwei Wettbewerben gekostet. „Jetzt ist es so weit, dass man mit seinem Titel auch Geld verdienen kann“, freut sich die Hessenmeisterin auf die Einladung zur Messe „Christmas World“ im Januar in Frankfurt, bei der sie erstmals Gage kassiert.

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