Hüddinger lassen Event aus vergangenen Zeiten wieder aufleben

Hits und heiße Öfen: Rock am Wald

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Fiebern der Neuauflage des Festivals „Rock am Wald“ in Hüddingen entgegen: Wim Schouten, Herbert Müller und Hanneke van der Teems (von links).

Bad Wildungen-Hüddingen - Die Hüddinger Feuerwehr lässt es krachen und will den „Rock am Wald“ wieder aufleben lassen. Nach jahrzehntelanger Pause steigt das Festival mit internationaler Besetzung am Samstag auf dem Festplatz.

Unterstützt wird die Feuerwehr als Ausrichter von zwei Neubürgern aus den Niederlanden, die es über Amsterdam und Frankreich ins 87-Seelen-Dörfchen Hüddingen verschlagen hat.

20 Jahre betrieb Wim Schouten einen Campingplatz für Motorradfahrer in Frankreich. Dort lernte der gebürtige Utrechter seine aus Amsterdam stammende Lebensgefährtin Hanneke van der Teems kennen. Als Schouten aus gesundheitlichen Gründen den Campingplatz abgab, suchte das Paar ein neues Domizil.

Ausgerechnet im kleinsten Wildunger Stadtteil sind beide sesshaft geworden. Fern vom touristischen Trubel eröffneten die Niederländer ein Wochenend-Café mit Musik. „Ich wollte eigentlich ins Sauerland“, sagt Schouten, der die Gegend bereits mit dem Motorrad bereist hat. Dann wurden beide auf ein ehemaliges Café in Hüddingen aufmerksam. „Es ist idyllisch, ruhig und es passt alles rein, was wir machen“, urteilte Schouten. „Und es ist nicht ganz so weit entfernt von Holland“, fügt van der Teems hinzu.

Das Paar erwarb das ehemalige Café am Ortsrand, das von 1967 bis 1992 von der Familie Müller betrieben wurde. „Ich habe als Jugendlicher an den Wochenenden immer mitgeholfen“, erinnert sich Herbert Müller. Die Eltern des heute in Frankenau lebenden Hüddingers betrieben das Lokal. Nach dessen Schließung 1992 öffnete es nur noch zu Beerdigungen und war zuletzt komplett geschlossen.

Ein Hauch seines ursprünglichen Charmes weht unter der Regie der neuen Besitzer wieder durchs Lokal. Das Paar, das seinen Broterwerb mit der Herstellung und Vermarktung von Kleinmöbeln verdient, öffnet am Wochenende das Musik-Café „Hüddinger Hütte“ für Besucher. „Leute treffen und Musik machen“, das ist für den leidenschaftlichen Bass-Gitarristen Wim Schouten Ansporn. Deshalb war er auch sofort für die Neuauflage des früheren Events „Rock am Wald“ Feuer und Flamme. Beim Backhausfest wurde die Idee geboren, das Fest aus den 70er-Jahren wieder auszurichten, sagt das langjährige Feuerwehrmitglied Herbert Müller. Die Hüddinger Wehr und die beiden Neubürger organisieren das Festival mit internationaler Besetzung auf der Open-Air-Bühne. „Hier gibt es wirklich noch eine Gemeinschaft, das finde ich wunderbar“, schwärmt die Neu-Hüddingerin Hanneke van der Teems. Eröffnet wird das Fest mit einer Motorradrundfahrt, zu der 40 Kradfahrer erwartet werden.

Programm

Auf dem Hüddinger Festplatz steigt am Samstag, 25. Mai, das Fest „Rock am Wald“. Zum Auftakt startet um 15 Uhr eine Motorradrundfahrt. Interessierte sind willkommen.

Ab 18 Uhr ist Einlass auf dem Festplatz. Besucher können sich an einem Barbecue mit Grillspezialitäten und Salaten stärken.

Um 20 Uhr tritt die Vorgruppe „Hanover D-Cat“ auf. Ab 20.30 Uhr spielt die Rock-’n’-Roll-Band Natchez aus Frankreich „Southern Rock“. Eintritt: 5 Euro.(höh)

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