Stadt lässt die größte heimische und geschützte Wespenart gewähren und stellt sogar ein Info-Schild

Hornissenwohnung im Blauen Stuhl

Bad Wildungen - Seit einiger Zeit hat ein Hornissenvolk den „Blauen Stuhl - Streuobst“ in „Kesslers Gässchen“ als Lebensraum auserkoren.

Das Objekt „Streuobst“ ist Teil des Rundwegs „Der Blaue Stuhl“, der Gäste auf einem ca. 2.2km langen Weg durch die Altstadt und die angrenzenden Talräume führt. Derzeit kümmern sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Stadtbauamt und Bauhof um die Sanierung der vielen blauen Stühle.

Der Stuhl „Streuobst“ wird mit Rücksicht auf die Hornissen zunächst nicht saniert. Denn die Großwespen sind in vielen Regionen vom Aussterben bedroht und laut Gesetz eine besonders zu schützende Art. Hornissen sind relativ friedliche Tiere, die bei Bedrohung fliehen. Ein Hornissenstich ist nicht gefährlicher als der Stich einer Biene oder Wespe, weil die injizierte Giftmenge beim Stechen kaum größer ist und die Substanz, die in den Körper des Menschen gelangt, nicht giftiger als die der kleineren, wehrhaften Staaten-Insekten. In vielen Köpfen spukt allerdings noch immer die Legende herum, dass der Stich einer Hornisse ein Pferd tötet.

Zum bösen Leumund der Hornisse hat ein wenig auch die beliebte Zeichentrickserie aus den 1970ern von der Biene Maja beigetragen. Dort übernehmen die Hornissen die Rolle der Bösewichter - aus Sicht einer Biene oder Wespe durchaus zu Recht, denn die Hornissen jagen andere Fluginsekten als bevorzugte Beute, speziell ihre kleineren Verwandten. Anders als Wespen, lassen sich Hornissen jedoch nicht vom Frühstückstisch mit dem geschmierten Marmeladenbrötchen anlocken. An so etwas haben die Großwespen, wie auch Bienen, keinerlei Interesse.

Wenn das Hornissenvolk aus dem Blauen Streuobst-Stuhl spätestens Ende November/Anfang Dezember ausgecheckt hat, lässt die Stadt das Freiland-Möbel sanieren. Bis dahin weist ein Schild auf die schwarz-gelben Untermieter hin.(r)

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