Diskussion um Zukunft des Wildunger Kurhauses

"Hotel, Hotel, Hotel" oder "Saal, Saal, Saal"?

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Bad Wildungen - Unter „Verschiedenes“ wurde das Kurhaus im Wildunger Planungsausschuss am Donnerstagabend erneut zum Thema. Die CDU wollte eigentlich das „Impulspapier“ diskutieren, das eine Gruppe von Bürgern mit Alt-Bürgermeister Dr. Albrecht Lückhoff an der Spitze vorgelegt hat.

Doch darin sah Ausschussvorsitzender Stefan Riedel (Grüne) keinen Sinn, „weil etliche Fraktionen das Papier noch nicht beraten konnten. Wir setzen es für die Februarsitzung des Aussschusses auf die Tagesordnung.“Bürgermeister Volker Zimmermann informierte statt dessen die Politiker über die wesentlichen Inhalte der schriftlichen Absichtserklärung zwischen der Stadtverwaltung und einem Projektentwickler. Er hat nach einem Beschluss der Stadtverordneten bis zum 30. Juni Zeit, sein Konzept vorzulegen. So lange hat sich die Stadt verpflichtet mit keinem anderen Interessenten über das Kurhaus zu verhandeln. Die wesentlichen Punkte dieses „Letters of Intent“: Ein Hotel mit Wohnanlage soll entwickelt werden. Vor Projektbeginn und während der Projektlaufzeit sind alle Planungen bauplanungsrechtlich mit der Stadtverwaltung und den Politikgremien abzustimmen. Der komplette oder teilweise Verkauf der Kurhausfläche ist möglich. Der Abriss muss möglich sein. Der Projektentwickler kann die Kaufoption nur ziehen, wenn das Vorhaben in jeder Beziehung steht, inklusive eines klaren Finanzierungsnachweises. „Wer entscheidet, ob das Kurhaus ganz oder teilweise verkauft wird?“, wollte Oliver Syring (CDU) dazu wissen. „Wir als Stadt und damit die Stadtverordnetenversammlung“, antwortete der Bürgermeister. Zur Nachfrage nach den etwaigen Abrisskosten fügte er hinzu, „dass sich das sicher auf einen Kaufpreis auswirken würde.“ Direkt beteilige sich die Stadt auf keinen Fall durch einen finanziellen Beitrag. Unterstützung leiste die Verwaltung durch ihr Know-How, beispielsweise in Sachen Planungsrecht. Hubert Schwarz (CDU) stellte all das nicht zufrieden: „Wir wollten über das Impulspapier sprechen und Vorschläge erarbeiten, was mit dem Kurhaus in seiner jetzigen Form angefangen werden kann. Wenn wir zu dem Schluss kommen, dass wir die Säle brauchen, muss der Projektentwickler das wissen.“ Der Magistrat vertritt eine andere Linie, machte der Bürgermeister deutlich: „Die ersten drei Prioritäten des Magistrats heißen Hotel, Hotel, Hotel.“ Der Bau eines weiteren sei von „ganz entscheidender Bedeutung für die Stadtentwicklung.“ Gleichwohl ist Zimmermann zuversichtlich, dass sich in dem Punkt Säle die Interessen der Bürger mit denen eines Hotelbetreibers decken. Auch der brauche für sein Haus große Säle. „Wir könnten für die Stadtentwicklung ebenso die Prioritäten Säle, Säle, Säle ausgeben“, hielt Syring dagegen. Er erfahre gerade am eigenen Leibe, was es bedeute, in Bad Wildungen eine Veranstaltung für 700 Gäste und mit einem großen Orchester auszurichten: „Dafür reicht die Wandelhalle nicht aus.“Im Februar steht das genannte Impulspapier auf der Tagesordnung des Planungsausschusses. Das beschloss die Mehrheit des Gremiums. (su)

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