Reinhard Ottmann und Investoren haben kein Interesse mehr am Kurhausgelände

Hotelprojekt ist Geschichte

Der Bus ist abgefahren, das nächste – und vielleicht letzte – Hotelprojekt fürs Kurhausgelände gescheitert. Entwickler und Investoren haben kein Interesse mehr.Foto: Schuldt

Bad Wildungen - Es wird nichts mit einem Hotel auf dem Kurhaus-gelände. Projektentwickler Reinhard Ottmann informierte Bürgermeister Volker Zimmermann am Freitagmorgen per Mail, dass er und die Investoren sich von dem Vorhaben zurückziehen.

„Nach ausführlichen Diskussionen mit den Investoren teile ich Ihnen mit, dass wir an der Entwicklung des obigen Areals definitiv nicht mehr interessiert sind.“ Da das Parlament laut Presseberichten geschlossen enttäuscht von den bisherigen konzeptionellen Überlegungen sei, sehe man für eine weitere Zusammenarbeit keine Basis mehr, fügt Ottmann in dem Schreiben hinzu, das der Wildunger WLZ-FZ-Redaktion vorliegt. „Ich bedanke mich sehr herzlich für die sehr gute Zusammenarbeit in der Arbeitsgruppe und auch mit Ihnen“, schließt Ottmann seine Nachricht an den Bürgermeister mit dem Zusatz: „Wir waren mit der Entwicklung des Projektes auf gutem Wege.“

Im Groll verlässt Ottmann die Kurstadt keinesfalls. Er bleibe der Region erhalten, versichert er auf Nachfrage.

Mit dieser Entscheidung ist der Weg unwiderruflich frei für alle anderen Vorschläge, die in den vergangenen Monaten zur Zukunft des Kurhauses unterbreitet wurden, allen voran das viel zitierte Lückhoff-Papier.

Heimische Investoren haben Blicke geworfen auf Teile des Kurhausareals. Ein Abriss des westlichen Querriegels mit dem Lesesaal und der Teilverkauf dieses und anderer Grundstücksbereiche wären aus Sicht des CDU-Fraktionsvorsitzenden Oliver Syring beispielsweise eine Variante. Dagegen hätte auch Renate Faber (CDU) nichts, Mitinitiatorin der Unterschriftenaktion gegen die Ottmann-Pläne und für den Erhalt des Kurhauses, bestätigte sie bereits vorige Woche gegenüber der WLZ-FZ.

Im Spiel sind wieder die Ideen des Odershäuser Veranstalters Michael Spangenberg. Er empfiehlt, seitens des Stadtmarketings die Räumlichkeiten des Kurhauses für Veranstaltungen, speziell Tagungen auf Landesebene, zu vermarkten.

Weil Veranstalter heutzutage sämtliche Ausstattung inklusive Verpflegung selbst organisieren und stellen, blieben die Investitionen für die Stadt in so einem Fall in überschaubarem Rahmen. Das Kurhaus wäre dann nicht täglich für den Publikumsverkehr zugänglich, sondern würde zu Veranstaltungen seine Tore öffnen. In diesem Fall könnte das Gebäude mit einer schwarzen Null betrieben werden, ist sich Spangenberg sicher.

Dem Lückhoff-Papier schwebt dagegen vor, das Kurhaus mehr oder weniger in seiner von früher her gewohnten Funktion wiederzubeleben, auch unter möglicher Einbeziehung eines Hotels.

Die Spielbank Kassel etwa könnte ins Rondell einziehen, ein kleines Bistro Gäste versorgen. Architekt Bernd Gehring, der an dem Papier entscheidend mitgewirkt hat, hält die nötigen Investitionen für tragbar.

Die Stadtverwaltung ist vom Parlament beauftragt, den Aufwand für eine Reaktivierung des Kurhauses zu ermitteln und eine Prognose zu den jährlichen Unterhaltungskosten abzugeben.

Von Matthias Schuldt

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