Kein Ergebnis bei der Zwangsversteigerung im Fritzlarer Amtsgericht, Verfahren zunächst eingestellt

Hotelruine „Illies“ bleibt ein Ladenhüter

Bad Wildungen - Das Bieterinteresse tendiert gegen Null: Die Bauruine „Hotel Illies“ in der Itzelstraße ist ein schwieriger Fall für die Abteilung „Zwangsversteigerung“ beim Amtsgericht Fritzlar.

Rechtspfleger Günter Kasten: „Ein vertracktes Verfahren, aber irgendwie müssen wir die Sache vom Tisch kriegen.“ Doch endete der vorläufig letzte Versteigerungstermin am Montag ohne Ergebnis, Kasten stellte das langwierige Verfahren einstweilen ein. Falls einer der beiden Gläubiger, in erster Linie die Stadt Bad Wildungen, erneut einen Antrag stellt, gibt es laut Kasten eine weitere Runde.

Ein Schandfleck im Wildunger Stadtgebiet an der Itzel, eine schier unendliche Versteigerungsgeschichte: „Hotel Illies“ ist ein Problem allererster Güteklasse.

Das seit rund 15 Jahren leer stehende ehemalige Hotel besteht aus drei Einheiten: dem 1950 errichteten „Altbau“ direkt an der Straße, dahinter im Grünen einem 1970 gebauten Erweiterungstrakt sowie einem Parkplatz. Kaum vorstellbar, dass die verfallenen Bauwerke „renovierungsfähig“ sind, von Wert ist wohl allenfalls das über 1000 Quadratmeter große Grundstück.

Günter Kasten würde die marode Immobilie spottbillig hergeben, wenn nur die Gläubiger ihr Geld erhalten. Das wäre in erster Linie die Stadt Bad Wildungen, die rund 12000 Euro fordert. Ein zweiter Schuldtitel beläuft sich auf 5000 Euro.

Bei einer ersten Zwangsversteigerung im Jahr 2005 bekam ein Kauflustiger aus Moskau den Zuschlag, der am Montag in Fritzlar nicht präsent war. Kasten steht mit ihm über E-Mail in Kontakt. Falls der Moskauer eine bedeutsame Wiederbelebung für sein Objekt plante, so scheiterte diese nach einem kurzen „Versuch“, wie Insider im Gerichtssaal berichteten. Danach passierte nichts mehr an dem inzwischen total vergammelten einstigen Hotelgebäude. Im Fritzlarer Amtsgericht fanden sich fünf Zuhörer ein. Ein Ehepaar bekundete vorsichtiges Interesse, gab letztlich aber kein Gebot ab. Rechtspfleger Kasten war enttäuscht, zumal sich zwei potenzielle Bieter aus dem vorherigen Termin nicht mehr blicken ließen. (jm)

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