Fünf junge Leute starten mit spannenden Projektideen freiwilliges Jahr im Nationalpark Kellerwald-Edersee

Interesse an Natur wecken mit Erlebnistheater und Schatzsuche

Bad Wildungen - Fünf junge Leute verstärken für ein Jahr das Team im Nationalpark Kellerwald-Edersee im Rahmen des Freiwilligen Ökologischen Jahrs (FÖJ) oder des Ökologischen Bundesfreiwilligendienst (ÖBFD). Ihre Einsatzgebiete: BuchenHaus, der WildtierPark, NationalparkZentrum.

Christ-Danny Binda wurde in Kinshasa in der Demokratischen Republik Kongo geboren, lebt seit 2011 in Deutschland und hat in Fritzlar ihre Allgemeine Fachhochschulreife erworben. „Ich habe mir einen meiner großen Träume erfüllt, bekennt die 18-Jährige. „Dabei kann ich die Wildnis ganz nah beobachten und erlebe den Prozessschutz.“ Gemeinsam mit ihrem Betreuter Horst Knublauch hat sie im Buchenhaus im Wildtierpark Edersee die Idee entwickelt, den Weg vom Parkplatz besser und barrierefrei auszuschildern mit der Figur des Boggels als Wegweiser. Binda engagiert sie sich in einem international ausgerichteten, politischen Projekt der Vereinten Nationen zum Thema Jugend- und Kinderrechte. Dazu war sie gerade erst in Berlin bei Bundespräsident Joachim Gauck, und Familienmisterin Manuela Schwesig. „Das waren tolle Begegnungen“, lacht Christ-Danny.

Ihre Kollegin im BuchenHaus ist die Abiturientin Lisa Schäfer aus Homberg/Efze, die ihr ÖBFD absolviert. Sie interessiert sich sehr für das Fach Biologie. Insbesondere Kindern und jungen Menschen ökologische Zusammenhänge zu vermitteln, sieht sie als Herausforderung an. Als Freiwilligen-Projekt will sie das neue „Erlebnistheater Frau Professor Silvia Buchonia“ für die WildnisSchule entwickeln – an der Schnittstelle zwischen wilder Natur sowie Bildungs- und Begegnungsstätte.

Aus Gemünden kommt die 18-jährige Juliana Faust zum FÖJ ins NationalparkZentrum, ebenso wie Martin Schiffner (18) aus Frankenberg. Beide werden von Tatiana Habich betreut. Die Hobbyfußballerin hofft auf „spannende neue Erfahrungen, besonders bei Führungen“ und will ihr Wissen um die Natur erweitern. Zuweilen staunt sie über Schulklassen, wie jüngst aus Frankfurt, die „nicht wissen, wie eine Buche aussieht oder dass eine Raupe auf einem Buchenblatt kein Wassertier ist“. Als Projekt plant sie auf dem Außengelände des Zentrums eine „wilde Wiese – für Schmetterlinge zum Haschen und Naschen“.

Martin Schiffner ist ökologisch sehr interessiert. Der politisch aktive Abiturient ist FÖJ-Sprecher der Naturschutz-Akademie Hessen und vertritt die Interessen auf Landesebene. Er verspricht sich im Nationalparkzentrum auch Impulse für ein Studienfach und will bei Besuchern Interesse wecken: „Die Sensibilisierung für die Natur ist eine existenzielle Investition in unsere Zukunft.“ Im Bereich Erlebnispädagogik will er das neue Geocaching-Modul „Elektronische Schatzsuche im WildnisErlebnisgelände“ entwickeln. „So können die Schulkinder nach Besuch der Dauerausstellung im unmittelbaren Gelände am NationalparkZentrum bereits im Kleinen die fortlaufenden, großen Entwicklungsprozesse im Nationalpark per Geocaching erleben und sich erarbeiten.“

Chantal Pletz (Siegen) lockten „die wundervolle Lage und die schönen Wanderwege“ in den Nationalpark. Im WildtierPark, betreut von Leiter Albert Hernold, verbindet sie ihre Interessen an der Arbeit mit Tieren und mit Kindern. Die 19-Jährige will im Rahmen ihres FÖJ-Projekts artgerechte Tierbeschäftigungs-Programme entwickeln.

Heiko von Holst war neun Wochen im NationalparkZentrum. Der 25-Jährige aus Dillingen leistete sein Pflicht-Studienpraktikum ab im Fach Umweltwissenschaften an der Universität in Oldenburg. (r)

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