Siebtklässler des Stresemann-Gymnasiums wollen wissen, wie Politik in der Badestadt funktioniert

Zum Interview ins Wildunger Rathaus

Bad Wildungen - Nicht nur trockene Theorie im Unterricht lernen, sondern Politik vor der Haustür hautnah erleben – das nahm sich die Klasse 7 b des Gustav-Stresemann-Gymnasiums vor und kam zum Interview ins Bad Wildunger Rathaus.

Was die Siebtklässler dazu antrieb, wie sie das Thema anpackten und was sie daraus gelernt haben, das schildern sie in dem folgenden, leicht gekürzten, Erlebnisbericht:

„Nachdem wir uns im PoWi-Unterricht ganz allgemein mit der Funktionsweise und den Finanzen einer Gemeinde beschäftigt hatten, waren wir neugierig darauf zu erfahren, wie politische Entscheidungen bei uns in Bad Wildungen getroffen werden. Unser PoWi-Lehrer Herr Salzig hat uns dazu von dem Wettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung erzählt. Das fanden wir super! Wir stimmten geschlossen dafür, das städtische Rathaus zu besuchen und uns dort nach Möglichkeit mit dem Bürgermeister zu treffen. Nun mussten wir uns aber noch gut vorbereiten. Dafür bildeten wir zunächst Gruppen, die zu verschiedenen Themen Informationen sammeln sollten. So beschäftigte sich eine Gruppe mit der Vorstellung der Stadt, eine mit der Verwaltung und den Ausschüssen, eine weitere mit aktuellen Themen und eine mit der organisatorischen Vorbereitung des Rathausbesuchs. Zum Schluss suchten wir drei Schüler aus, die die Fragen stellten, zwei, die fotografierten, einen, der das Interview aufnahm, und einen, der protokollierte.

Dann war es soweit: Während unseres PoWi-Unterrichts waren wir im Rathaus bei Bürgermeister Zimmermann. Nach einer kurzen Ansprache konnten wir direkt loslegen und die Fragen stellen, die wir im PoWi-Unterricht ausgearbeitet hatten.

Zu Beginn schilderte uns Herr Zimmermann den typischen Tagesablauf eines Bürgermeisters. Anschließend berichtete er uns, welche Aufgaben er hat. Große Unterstützung erhält er bei seinen Tätigkeiten seinen Angaben zufolge von seinen beiden Sekretärinnen. So erklärte er: ‚Ich wäre [...] völlig aufgeschmissen, wenn die zwei nicht da wären.‘ Außerdem unterstützten ihn die Amtsleiter und Geschäftsführer in den verschiedenen Bereichen: ‚Dass dies überhaupt funktioniert, hängt von der Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab.‘ Eine Frage hat uns besonders interessiert: Wie kann man als Bürger eine Idee einbringen? Die Antwort: Indem man den Bürgermeister anspricht, im Rathaus anruft oder einen Brief schreibt. Ein Tipp des Rathauschefs: Am besten direkt an die Parteien wenden. Sinnvolle Vorschläge würden umgesetzt, wie zum Beispiel die Reparatur von defekten Lampen an einem Gehweg.

Ebenfalls sehr interessant war für uns die Antwort auf die Frage, wie der Bürgermeister zu der Bürgerumfrage aus dem Jahr 2013 steht, in der sich eine Mehrheit der Befragten für eine Sanierung der Freizeitanlage Heloponte ausgesprochen hatte. Herr Zimmermann erklärte, seiner Meinung nach werde eine Sanierung nicht funktionieren. Er wolle nicht, dass die Freizeitanlage wegen der Sanierung lange gesperrt werden muss. Außerdem sei eine Sanierung fast so teuer wie ein Neubau. Wichtig sei für ihn: ‚Es wird auch zukünftig ein Heloponte geben!‘ Auf die Frage, welche Überlegungen es gebe, die Attraktivität der Stadt für junge Menschen zu erhöhen, erläuterte Herr Zimmermann, dass es besonders wichtig sei, Arbeitsplätze zu bieten. Außerdem sei der Bildungsbereich mit Kinderbetreuung und einem breiten Schulangebot entscheidend. Für die Lebensqualität sorgten das Jugendhaus und die Vereine. Verbesserungsbedarf gebe es seiner Meinung nach allerdings bei der Freizeitgestaltung für junge Menschen.

Damit endete nach einer knappen Stunde unser Interview im Sitzungssaal. Insgesamt hat uns der Besuch im Rathaus sehr gefallen. Der Bürgermeister hat sich sehr viel Zeit für uns genommen und unsere Fragen ausführlich beantwortet. Außerdem hat er auch zu den Themen etwas gesagt, die uns als Jugendliche besonders interessieren.“

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