Heimischer Arbeitskreis der HGON feiert Jubiläum mit Tagung und Exkursion

40 Jahre Einsatz für die Vogelwelt

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- Bad Wildungen (su). 60 Ornithologen aus Nordhessen kamen ins Edertal zu einer Tagung und wollten auf einer Exkursion nordische Wasservögel entlang des Flusses beobachten. Doch wegen des milden Winters lassen diese sich nicht in der Region blicken.

Das hätte eine aktuelle Meldung sein können, doch sie stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung vom Januar 1972. Aus dem damaligen Treffen heraus bildete sich der Arbeitskreis Waldeck-Frankenberg der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), dessen Leiter Rudolf Chartschenko zum 40. Jahrestag eine große Schar von Vogelkundlern im Bringhäuser Bio-Hotel begrüßte. Wie vor vier Jahrzehnten stand eine Exkursion auf dem Programm und wie 1972 wirkt sich der milde Winter auf das aus, was die Gäste an der Schwimmkaute, im „Bringhäuser Watt“ oder am Affolderner See zu sehen bekamen. Wolfgang Lübcke, HGON-Mitglied und Vorsitzender des NABU Edertal, erinnerte an den Beginn der organisierten Vogelbeobachtung in der Region.

Ihre Wurzeln reichen weit zurück bis zum Anfang der 1950er-Jahre, als Engagierte wie Arbeitskreis-Mitbegründer Eduard Schoof erstmals die heimische Vogelwelt systematisch beobachteten und die Ergebnisse aufzeichneten. So stehen der Wissenschaft heute in vielen Fällen lange, zuverlässige Datenreihen zur Verfügung, die unter anderem Rückschlüsse zulassen auf die Wirksamkeit von Vogelschutz- und Naturschutzprojekten, für die sich die HGON ebenfalls seit Jahrzehnten mit Erfolg einsetzt. Die Arbeitskreise Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder haben gemeinsame Wurzeln und pflegen sie bis heute durch intensive Zusammenarbeit. Sie gipfelt alljährlich in zwei großen Wintervogelzählungen, jeweils im Januar und Februar. Über eine Strecke von 135 Flusskilometern an der Eder beteiligen sich regelmäßig 50 und mehr Beobachter. „Und das seit 16 Jahren“, betonte Lübcke.„Eine einmalige Bilanz in Deutschland“, unterstrich der junge Landschaftsökologe Christian Gelpke vom Büro Stefan Stübing. Er präsentierte interessante Forschungsergebnisse zu heimischen Vogelarten, die auf der Mitarbeit der ehrenamtlichen Ornithologen in der Region und auf der Einbindung der Bevölkerung fußen. Aus Lübckes Sicht liegt das Erfolgsgeheimnis der Waldeck-Frankenberger HGON in diesem Zusammenwirken aller Interessierten und in einer etablierten Öffentlichkeitsarbeit. Jedes Jahr erscheinen die „Vogelkundlichen Hefte Edertal“ und 1993 wurde das Standardwerk „Vogelwelt zwischen Eder und Diemel“ veröffentlicht.

Wer an der Zählung und am Schutz von Vögeln teilhaben will, der kann sich nicht allein der HGON anschließen, sondern seit November die Internet-Plattform www.ornitho.de besuchen.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Mittwoch, 1.Februar

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