Parlament segnet geplante Energie-Riesen formell ab • Dennoch weiter umstritten

Jede Menge Wind um den Wind

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Waldeck-Netze - Baurecht liegt nach dem gültigen Flächennutzungsplan bereits vor: Gegen die Stimmen der SPD segnete das Stadtparlament in öffentlicher Sitzung am Dienstagabend das Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz für Windkraftanlagen in der Sachsenhäuser Gemarkung ab.

Dabei handelt es sich um das so genannte "Repowering" der Anlagen bei Hof Heide. Die drei bestehenden Windmühlen werden abgebaut und durch zwei mehr als doppelt so große und deutlich leistungsfähigere Energie-Giganten ersetzt. Ferner betrifft es den Bau von vier weiteren Windkraftanlagen zwischen dem Alraftsgraben und der B 251 in der Sachsenhäuser Gemarkung.

"Wir sind grundsätzlich nicht gegen Windenergie, aber diese Anlagen müssen so aufgestellt werden, dass möglichst wenige Leute davon beeinträchtigt werden", kommentierte SPD-Fraktionssprecher Dieter Kiepe die ablehnende Haltung der Sozialdemokraten. Die 80 Meter hohen Altanlagen stehen 430 Meter vom Ort entfernt, die neuen 180 Meter hohen Türme nur 456 Meter. "Das ist uns zu gering", urteilte Kiepe.

Werner Pilger (CDU) signalisierte Zustimmung seiner Fraktion: "Windkraft ist sinnvoll, notwendig und angesichts der Atomkatastrophe höchst erforderlich."

Das sah Eberhard Diebel (FWG) ähnlich. "Was mich erschrocken hat, ist, dass die Mühlen auf einmal so groß sind." Er sah jedoch keinen triftigen Grund, die geplanten Anlagen zu verhindern. "Selbst wenn wir sie ablehnen wird der Regierungspräsident sie genehmigen."

Der Bau der Anlagen könnte nur aus Gründen des öffentlichen Interesses oder der Wegesituation abgelehnt werden, informierte Bürgermeister Jörg Feldmann. Aus Sicht der Verwaltung gebe es dafür aber keine stichhaltigen Argumente, auch die Höhe der Energie-Riesen sei kein Verhinderungsgrund auf einer ausgewiesenen Windvorrangfläche.

Weiter auf Expansion

Jürgen Staude (SPD) befürchtet, dass ganz Sachsenhausen an Sonnentagen von Schattenwurf betroffen ist. "Wir hätten uns gewünscht, früher informiert zu sein." Und sein Fraktionskollege Bruno Mecke beschwört noch erheblichere Beeinträchtigungen, wenn die neuen Giganten in zehn bis 15 Jahren erneut aufgerüstet und dann nochmals höher werden. "Es sind jetzt schon Hubschrauber für die Montage in Arbeit" skizziert er die noch ungeahnten Dimensionen in der Zukunft.

Bei neun Gegenstimmen der SPD segnete die Parlamentsmehrheit aus CDU, FDP, FWG und Grünen das Genehmigungsverfahren mit 17:9 Stimmen ab. Auf Wunsch der CDU wurde der Antrag dahingehend geändert, dass Wirtschaftswege und Drainagen wieder in ordnungsgemäßen Zustand versetzt werden müssen.

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