Erstmals gemeinsame Schauübung der Nachwuchswehren

Jugend löscht Sachsenhäuser Stadthalle

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Nach der Premiere der gemeinsamen Jugend-Schauübung formierten die Nachwuchskräfte sich zum „JFW“, was in diesem Fall nicht für Jugendfeuerwehrwart steht, sondern für Jugendfeuerwehr Waldeck. Sichtlich mit Spaß waren die Mädchen und Jungen im Einsatz bei der Sache.Fotos: Ute Meyer/Schuldt

Waldeck-Sachsenhausen - Das gab’s in der Stadt Waldeck noch nicht. Am Samstagnachmittag absolvierten alle Jugendfeuerwehren gemeinsam eine Schauübung an und in der Sachsenhäuser Stadthalle.

Die Premiere markierte den Höhepunkt des traditionellen jährlichen Zeltlagers mit Wettkämpfen und Stadtrallye. Mit Blaulicht und Martinshorn in Fahrzeugen der Einsatzabteilungen rückten die Mädchen und Jungen an. Wasserversorgung über Hydranten oder aus Tanklöschfahrzeugen stand auf dem Übungszettel. Etliche Nachwuchskräfte trugen Plastikrohre auf dem Rücken als Simulation für Atemschutzgeräte. In Trupps suchten sie das verqualmte große Gebäude nach möglichen Verletzten ab, während die Kameradinnen und Kameraden draußen „Wasser marsch“ riefen und die Rohre aufdrehten. Die erwachsenen Feuerwehrfrauen und -männer hatten ein wachsames Auge auf die Technik und Taktik der jungen Truppe. „Na, wo bekommt ihr wohl Wasser her?“, wurden die Jugendlichen etwa befragt.

Böiger Wind erschwerte die Löscharbeiten, blies Niesel in die Gesichter der Mädchen und Jungen, aber das schreckte sie nicht, sondern begeisterte sie einmal mehr für den Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr.

Die Idee zu dem Spektakel mit ernstem Hintergrund - aus den Jugendwehren sollen einmal möglichst viele Einsatzkräfte für die Brandschützer nachrücken - hatten die stellvertretenden Stadtbrandinspektoren Bernd Schäfer und Andreas Przewdzing, die auch einen Großteil der Organisation übernahmen.

Zusammen üben konnten die Nachwuchs-Feuerwehrleute ihren „Einsatz“ vorher nicht, so dass sie sehr gespannt waren auf das, was sie erwartete. Anders bei den Wettkämpfen. Den Titel des Stadtmeisters errang Sachsenhausen/Ober-Werbe 1 mit 1577 Punkten vor Dehringhausen (1496), Höringhausen (1435), Netze (1416,5), Freienhagen (1354), Sachsenhausen/Ober-Werbe 2 (1271,2) und Waldeck (1179).

Die Stadtrallye beherrschten dagegen die Waldecker und verwiesen auf die weiteren Plätze: Höringhausen, Dehringhausen, Freienhagen und Netze. Die Sachsenhäuser als Gastgeber starteten in diesem Wettbewerb außer Konkurrenz, denn sie kennen ihren Ort besser als alle anderen.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen spielte sich bei den Stadtmeisterschaften der Erwachsenen ab. Am Ende hatte wieder einmal Ober-Werbe hauchdünn die Nase vorn. Mit 99,72 Prozent landete das Team auf Platz eins vor Sachsenhausen I (98,67), Höringhausen (91,83), Netze (91,33), Waldeck (90,55), Sachsenhausen II (89,67) und Freienhagen (83,55). „Na, in Freienhagen war gestern Begräbnis des Freischießens, das müssen wir berücksichtigen“, meinte Bürgermeister Jörg Feldmann bei der Siegerehrung mit Blick auf den letzten Platz seines Heimatortes.

Eine Premiere begingen auch die Erwachsenen am Sonntag, unterstrich Stadtbrandinspektor Uwe Schaumburg: Die Sachsenhäuser hatten erstmals zu einem gemeinsamen Frühstück vor dem Wettbewerb eingeladen und erhielten einstimmig großen Applaus für diese Idee. „Das sollten wir ruhig beibehalten, auch wenn wir niemanden verpflichten wollen“, meinte Schaumburg.

Von Matthias Schuldt

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