Bad Wildungen

Kein Salz mehr: Nur Splitt gegen Glätte

- Bad Wildungen (höh). Hiobsbotschaft kurz vor dem angekündigten Wintereinbruch: Am Bad Wildunger Bauhof ist das Streusalzlager leer. Es wird nur noch Splitt gestreut.

Nach und nach geht den Bauhöfen im Landkreis der Streusalzvorrat zur Neige (siehe WLZ-Mittwochausgabe). In Bad Wildungen reicht ein volles Lager bei winterlichen Bedingungen knapp eine Woche. 150 Tonnen der letzten Lieferung sind fast aufgebraucht, und Nachschub ist nicht in Sicht. „Nächste und übernächste Woche können wir nicht mit einer Lieferung rechnen“, informiert Bürgermeister Volker Zimmermann. Laut Deutschem Straßendienst, eine Tochterfirma der Kasseler K+S-Gruppe, haben überregionale Straßen bei der Lieferung Priorität. Im Klartext: Autobahnmeistereien stehen ganz oben auf der Lieferliste, kleine Kommunen bilden das Schlusslicht. Für den Wildunger Bürgermeister kaum nachzuvollziehen: „Die Verkehrssicherungspflicht in unseren Städten können wir nur noch eingeschränkt wahrnehmen.“ Unverständlich ist für Zimmermann auch, dass es schon nach dem kurzen Winterintermezzo zu diesen drastischen Engpässen in Deutschland kommt, zumal in Baden-Württemberg und Bayern kaum Schnee liege. Zimmermann hat den Bromskirchener Bürgermeister Karl-Friedrich Frese als Vorsitzenden der Kreisgruppe aufgefordert, beim Hessischen Städte- und Gemeindebund auf die prekäre Situation hinzuweisen. Autofahrern empfiehlt Bauhofchef Ralf Blümer, umsichtig zu fahren und eventuell auf Schneeketten umzusteigen. Brennpunkte wie der Stadtring und vor allem der Eselspfad werden zunächst noch abgestreut mit den kläglichen Restbeständen an Streusalz. Autofahrern an Hanggrundstücken rät Blümer, vorsorglich nach alternativen Parkplätzen zu suchen. „Wenn die Wetterprognosen für die nächsten Tage stimmen, werden diese Autofahrer an ihren Grundstücken weder rein- noch rauskommen.“ Betroffen von den Engpässen auf dem Streusalzmarkt sind auch Fußgänger, denn auch Gehwege und städtische Parkanlagen werden nicht mehr mit Salz gestreut. In Bad Wildungen sorgen 38 Bauhofmitarbeiter für reibungslosen Winterdienst. Auf den Straßen sind vier Lkw im Einsatz, auf Fußwegen vier Kleinschlepper. In einem normalen Winter werden rund 600 Tonnen Streusalz auf Straßen und Wegen aufgetragen. „Bei dieser Witterung gehen 30 Tonnen am Tag drauf“, schätzt Bauhofleiter Blümer – sofern das Streugut überhaupt zur Verfügung steht.

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