HoGa-Chef verweist auf Rückgang der Übernachtungszahlen in Anrainerkommunen

Keine Hoffnung auf vollen Edersee

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Bad Wildungen-Reitzenhagen - Deutlich mehr Übernachtungen wurden in 2011 in Hessen registriert, aber einen Rückgang meldeten ausgerechnet die Edersee-Gemeinden. HoGa-Chef Christian Gerlach mutmaßt in der Jahreshauptversammlung der heimischen Gastgewerbler: "Es lag wohl doch am niedrigen Wasserstand."

In Deutschland boomte hauptsächlich der Städtetourismus, von einem Zuwachs bei Geschäftsreisenden profitierten vor allem Großstädte wie Frankfurt. In Waldeck-Frankenberg hatten fast alle Regionen Zuwächse, verwies der Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes Bad Wildungen und Umgebung im Restaurant Waffelhaus in Reitzenhagen.

Weniger Gäste logierten lediglich in Battenberg, wo die Firma Viessmann das Gästehaus renovierte sowie in Diemelsee und in den Ederseegemeinden Vöhl, Waldeck und Edertal. "Einen verregneten Sommer gab es überall", einen leeren See aber nur in diesen Orten. "Das Wasser- und Schifffahrtsamt regelt die Wasserstraße Weser und benutzt den Edersee rücksichtslos für diese Aufgaben", so der Hotelier aus Nieder-Werbe.

Jahresumsatz: 90 Millionen

Er hob nachdrücklich die Bedeutung des Tourismus in der heimischen Region hervor. "Auch am Edersee gibt es Betriebe, Existenzen und Familien, die vom Edersee abhängig sind."

Allein in den drei Ederseegemeinden werden jährlich etwa 500000 Übernachtungen gezählt, dazu kommen 2,5 Millionen Tagesgäste. Das entspreche einem Jahresumsatz von über 90 Millionen Euro. "Wenn es also darum geht, die Wirtschaft an der Weser zu unterstützen, so darf man die Tourismuswirtschaft am Edersee nicht vergessen oder bagatellisieren."

Wenig Hoffnung hat der HoGa-Chef für die künftige Wasserbewirtschaftung. Bei einer Veranstaltung auf Scheid habe die Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamtes kürzlich den neuen Kompromiss für die Wasserbewirtschaftung vorgestellt (WLZ berichtete). Gerlach prophezeit: "Leute, macht Euch keine Hoffnung - es ändert sich nichts." In seinem Jahresbericht des HoGa-Verbandes verwies der Vorsitzende auf mehrere Stammtischtreffen und eine Fahrt nach Zypern. Ein Infektions- und Hygienelehrgang wurde in Korbach veranstaltet. Vom 16. bis 20. April ist eine Reise an den Müritzsee geplant.

Hohe Ansprüche

Der Vorsitzende ermutigte seine Berufskollegen, in ihren Betrieben zu investieren. "Da wir vermehrt deutsche Urlauber in den nächsten Jahren erwarten können, die schon das Ausland bereist haben, und sehr erfahren sind, müssen wir diese hohen Ansprüche auch erfüllen." Gerlach forderte die Mitglieder der Vereinigung auf, die kommenden Jahre für Investitionen zu nutzen, "solange wir den ermäßigten Steuersatz in der Hotellerie noch haben".

Im weiteren Verlauf der Sitzung ehrte er Jutta Andree (Waldeck) für 25-jährige Mitgliedschaft mit einer Urkunde.

Touristische Ziele der Stadt Bad Wildungen beleuchtete Bürgermeister Volker Zimmermann. Über aktuelle Themen auf Landes- und Bundesebene informierte Landesgeschäftsführer Julius Wagener (höh).

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