Baunataler Autobahnpolizei sensiblisiert Wildunger Kollegen für Drogen am Steuer

Kiffer, Kokser, rote Kelle

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Bad Wildungen - Sie sind jünger? Fahren einen älteren Golf oder Corsa? Dann pflegen Sie ihr Auto, vermeiden Sie Sticker à la „Legalize it...“ und gehen Sie als Allergiker in der Heuschnupfenzeit zu Fuß, statt sich mit rotgeränderten Augen ans Steuer zu setzen.

Warum? Weil Sie anderenfalls gute Chancen haben, von einer roten Polizeikelle bei einer Drogen-Verkehrskontrolle zur Seite gewunken zu werden. Die Fahndungsgruppe der Autobahnpolizei Baunatal gab am Dienstag bei den Kollegen von der Wildunger Station ein Gastspiel, quasi als praktische Fortbildung für Polizisten, die sich für das Thema illegale Drogen am Steuer interessieren.

„Sensibilisierung, Drogenkunde und Verdachtsgewinnung wurden zum Beispiel besprochen“, erklärt Jens Gaida. Leiter der Fahndungsgruppe.

Verdachtsgewinnung – wie entscheide ich, welchen Autofahrer ich genauer unter die Lupe nehme? Dabei sollen den Beamten die beschriebenen groben Raster eine Hilfe geben. „Meistens sind es jüngere Leute, die illegale Drogen konsumieren“, erklärt Gaida aus Erfahrung. Idealtypisch fahren diese jungen Leute ältere, oft vernachlässigte Autos mit einschlägigen Hanfblatt-Aufklebern.

Der nächste Schritt ist das Gespräch mit dem Fahrer. „Gerötete, glasige Augen, Auffälligkeiten an den Pupillen“; auf so etwas achten die Beamten laut Gaida. Sie geben den Fahrern kleine Anweisungen, wie das Abblendlicht einzuschalten oder den Motor abzustellen. Kann der Angehaltene sich konzentrieren, solchen Anordnungen folgen und Fragen klar beantworten? Falls nicht, wachsen die Verdachtsmomente.

Erste Klarheit bringt eine Urinprobe. „Das geht ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest“, erläutert Gaida. Anders als beim Alkohol-Blasröhrchen ist die Abgabe einer solchen Probe allerdings freiwillig. „Die meisten erklären sich aber einverstanden“, fügt Gaida hinzu. Schlägt der Test an, kommt es zu einer gerichtlich angeordneten Blutprobe. Ein Verstoß, der geahndet wird, liegt beispielsweise vor, wenn mehr als 1 Nanogramm THC (der Cannabis-Wirkstoff) pro Milliliter Blut gemessen werden. (su)

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Mittwoch, 29. Februar.

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