Bergfreiheit

Ein Königreich für einen Dukatenesel

- Bad Wildungen - Bergfreiheit.Einen reichen Märchenprinzen oder einen Goldesel wie aus der Feder der Brüder Grimm – den könnte das Schneewittchendorf gut gebrauchen, um seinen großen Schatz weiter zu heben.Das wurde deutlich bei den Feierlichkeiten zum 450-jährigen Bestehen der „Bergk-Freiyheit“, dem Erlass, mit dem Graf Samuel von Wal­deck 1561 den Grundstein für die Erfolgsgeschichte des Kellerwalddorfes legte.

30 Tonnen Kupfer jährlich 30 Tonnen Kupfer holten die Bergleute bis 1570 damals jedes Jahr aus dem Fels, ein Gegenwert von insgesamt fast 40 000 Reichstalern, „in Euro wären das heute wohl Millionen“, meinte Uwe Hübner, der im historischen Bergamt interessierte Bergfreiheiter in die eigene Geschichte entführte. Spannend. Etwa die Verbindung zwischen dem Dorf und dem „Kellerwald“. Keller sei vermutlich ein Hinweis auf die Köhlerei, die früher betrieben wurde, um die Energie für das Verhütten der Metallerze in Form von Holzkohle zu liefern, schilderte Hübner: „Nach 50 Jahren war in der Umgebung immer alles abgeholzt. Dann wartete man sechs Jahrzehnte, bis man wieder von vorne begann.“ Hübner und Eckhard Sander haben Stunden im Besucherbergwerk zugebracht, zu zweit und mit Höhlenforschern die Stollen und Gänge untersucht, die für das Publikum nicht zugänglich sind. Farbenprächtige Gesteinsformationen erschienen im Licht ihrer Lampen, sogenannte Sinter, Auswaschungen von Metallen, rot vom Eisen oder türkis vom Kupfer. Wie in einer Tropfsteinhöhle haben sich aus Kalk, den einlaufendes Wasser zurückließ, Stalaktiten gebildet oder filigrane Vorhänge aus Kalk an der Wand.Dokumente aus verschiedensten Archiven lieferten den beiden Experten der Heimatgeschichte wichtige Hinweise. „Es würde sich lohnen, das Besucherbergwerk viel weiter als bisher für das Publikum zu erschließen“, ist sich Sander sicher. Allerdings würde das ungeheure Investitionen erfordern. Das bekam der Trägerverein im vorigen Jahr zu spüren. Oberhalb der Treppe im Besucherstollen bröckelte nach einem harten Winter Gestein aus einem Sturz. Mehrere Tausend Euro kostete allein das Sichern dieser relativ kleinen Kante. Die Stadt übernahm damals die Kosten. „Eine Spezialfirma aus Sachsen erledigte die Arbeiten damals“, berichtet Sander. Eine schöne Fußnote der Geschichte, denn sächsische Bergleute waren es 1561 auch, die im neuen Bergk-Freyheit die Arbeit aufnahmen. (Von Matthias Schuldt) Mehr in der WLZ-Printausgabe vom 28. November 2011.

Kommentare