Regionalverbundfinale des Wettbewerbs "Jugend debattiert" im Wildunger GSG

Kultiviert miteinander streiten

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Bad Wildungen - „Eine Impfung ist eine Körperverletzung mit Zustimmung.“ Eine Impfpflicht verletze deshalb im Grundgesetz garantierte Grundrechte.

Solche Argumente wurden ausgetauscht im Regionalverbundfinale „Jugend debattiert“ in der Aula des Gustav-Stresemann-Gymnasiums. Die aktuelle Diskussion um die vielen Masern-Erkrankungen in Berlin und die daraus resultierenden Forderungen nach einer Impfpflicht beschäftigten die Debattierenden der elften bis 13. Jahrgangsstufe. Den zugeteilten Standpunkt – pro oder contra Impfpflicht – vertreten, den anderen Rednerinnen und Rednern zuhören und auf deren Stellungnahmen sachlich eingehen; darum dreht sich der Wettbewerb, den GSG-Lehrerin Claudia Weiß auf der Ebene des Regionalverbundes koordiniert. Das Besondere: Die jeweils vertretene Meinung muss nicht zwangsläufig die tatsächliche eigene Ansicht der Agierenden zum Thema darstellen. Am Schluss der Debatte hat jede und jeder die Gelegenheit, seine wahre Ansicht kund zu tun und nochmals kurz zu begründen. In der älteren Gruppe des Finales hinterließ Dominik Lerch von der Alten Landesschule Korbach bei der Jury den überzeugendsten Eindruck und gewann. Nina Keller vom GSG kam auf Rang zwei vor Moritz Krüger (ebenfalls GSG) und Lina Benndorf von der ALS. Zusätzliche Rhetorik-Kurse eigens für Mädchen Im Finale der jüngeren Altersgruppe, die sich über die Klassen acht bis zehn erstreckt, legten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dar, ob sie für oder gegen offiziell gekennzeichnete Flächen für das Sprayen von Graffitis in Städten und Gemeinden sind. Hier landete Julian Bringmann von der Integrierten Gesamtschule Edertal auf Platz eins vor Lea Sprenger (ALS), Lukas Roßmann (GSG) und Lisa Finaschin (ALS). Die jeweils Erst- und Zweitplatzierten beider Altersklassen nehmen an einem Rhetorik-Seminar Mitte März in Wetzlar teil, bevor sie zum Landeswettbewerb antreten. Damit Mädchen bessere Chancen erhalten, sich im Wettstreit am Rednerpult durchzusetzen, hat der Wildunger Club Soroptimist International für sie Geld für zusätzliche Rhetorik-Seminare zur Verfügung gestellt. Das berichtete Claudia Weiß im Rahmen des Regionalverbundfinales am Wildunger Gymnasium. Weitere Unterstützung für den Wettbewerb insgesamt leistete die Waldecker Bank. Sie finanzierte transportable Debattentheken für die Vorausscheidungen in den Klassen und Kursen, Glocken, die dazu dienen, das Ende der Redezeit anzukündigen, oder Fahnen, die das Emblem des Wettbewerbs tragen und bei Veranstaltungen die passende Kulisse liefern helfen.Die Akteurinnen und Akteure erhielten vom jungen Publikum viel Beifall für ihre Auftritte – allerdings erst nach den Debatten, denn für den Schlagabtausch der Argumente hatte Claudia Weiß um Ruhe gebeten, „weil die Debatten ein hohes Maß an Konzentration erfordern.“ (su)

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