Neue Broschüre informiert über 46 öffentlich zugängliche Werke in Bad Wildungen

Die Kunst für alle wiederentdecken

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Sie präsentierten in den Räumen der Rudolf-Lorenz-Stiftung das Heft „Bad Wildungen - Kunst im öffentlichen Raum“ (von links): Miriam Willnat, Gerhard Kessler, Inge Bertholde, Bernhard Weller und Bürgermeister Volker Zimmermann.Foto: Senzel

Bad Wildungen - „Bad Wildungen ist eine Kurstadt. Und eine Kurstadt sollte auch eine Kulturstadt sein“, besagt das Vorwort eines neuen Kunstführers durch die Badestadt. Körperliche Gesundherhaltung und geistige Erbauung gehen in diesem Verständnis einher.

„Bad Wildungen - Kunst im öffentlichen Raum“ lautet der Titel des aufwendig gestalteten Heftes. Das Autorenteam um Inge Berthold (Fotos) und Gerhard Kessler (Erläuterungen) stellte es gemeinsam mit Bürgermeister Volker Zimmermann in den Räumen der Rudolf-Lorenz-Stiftung vor.

Von der steinernen Nymphe eines unbekannten Künstlers auf dem Bahnhofsvorplatz bis zur „Roten Dame“ der Bildhauerin Karin Bohrmann fotografierte Inge Berthold Kunstwerke in Straßen, Parks, öffentlichen Gebäuden und auf Plätzen; mit geschultem Blick fürs Wesentliche und Liebe zum Detail. Gerhard Kessler verfasste nach oft schwierigen Recherchen die informierenden Texte.

Miriam Willnat gestaltete das Design des Heftes und Bernhard Weller war für die Redaktion verantwortlich. Entstanden ist auf diese Weise ein Kunst-Kataster, das in ansprechender Form 46 Objekte verzeichnet.

Die Volkshochschule habe das Projekt angeregt, erklärte Weller bei der Präsentation des 48-seitigen Druckwerkes. Nicht nur viele Gäste, sondern auch Widunger Bürgerinnen und Bürger gingen oft achtlos an den Skulpturen vorüber, übersähen sie als Teil des gewohnten Straßenbildes. Weller: „Wir wollen diese Werke wieder ins Bewusstsein der Passanten bringen und dazu anregen, sich die Objekte genauer anzuschauen.“

Der Aufwand für die Fotografien sei viel größer gewese als sie zu Anfang erwartet habe, räumte Inge Berthold ein. Da sei schon einmal ein Brunnen abgeschaltet gewesen, beim nächsten Mal habe das Licht nicht gestimmt und wiederholt habe ihr eine erste Aufnahme nicht gefallen.

Es sei erstaunlich, wie viele bekannte Künstler in der Badestadt zu Gast gewesen seien, sagte Gerhard Kessler. Einige von ihnen hätten sich mittels ihrer Werke ein Denkmal gesetzt; etwa Georg Greve (1876-1963) mit seinem Bild „Diana“, das in einem Nebenraum des Bahnhofs hänge und dringend restauriert werden müsse.

Arbeiten von Greve seien heute unter anderem im Museum of Modern Art in New York zu sehen. Richard Wagner (1871-gest. unbekannt), der die Brunnennymphe auf der Brunnenallee schuf, hinterließ viele Arbeiten für Berlin und Umgebung zu sehen. Von Alexander Calandrelli (1834-1903) stammt die Skulptur „Beim Bade überraschte Nymphe“ , von der eine Replik im Wildunger Kurpark zu finden ist.

Die Botschaft des Kataster-Teams möge auch bei den Wildunger Politikern auf fruchtbaren Boden fallen, hofft Bürgermeister Volker Zimmermann: „Viele Stadtverordnete und Magistratsmitglieder sind oft in Unkenntnis darüber, wo und was in Bad Wildungen an Kunstwerken vorhanden ist.“

„Bad Wildungen - Kunst im öffentlichen Raum“ ist für fünf Euro“ unter anderem bei den Tourist-Infos erhältlich.

Von Werner Senzel

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