Bad Wildungen

Kurhaus soll 2010 übern Tisch gehen

- Bad Wildungen (su).Das Kurhaus soll noch im laufenden Jahr einen neuen Besitzer bekommen, wenn es nach Bürgermeister Volker Zimmermann geht.

Gemeinsam mit den Investoren hat Zimmermann Gespräche in Wiesbaden geführt mit dem Ziel, Fördermöglichkeiten zu ergründen. „Es sieht gut aus“, fasst der Bürgermeister seine Eindrücke zusammen. Für April ist ein weiteres Treffen geplant. Beteiligt ist unter anderem die Wirtschaftsbank des Landes Hessen, hervorgegangen aus mehreren Institutionen des Landes, die für Wirtschaftsförderung zuständig waren. Säle bleiben erhalten Wenn die Unterstützung des Projektes seitens der öffentlichen Hand konkrete Formen annimmt, soll das Ganze der Stadtverordnetenversammlung zur Entscheidung vorgelegt werden, kündigt Zimmermann an. Die Grundzüge des Vorhabens sind seit Langem bekannt. Die Säle des Kurhauses bleiben erhalten und für die Öffentlichkeit bei Veranstaltungen zugänglich. Die Gastronomie soll wiederbelebt werden. Der hintere Teil des Kurhauses, unter anderem mit dem Lesesaal, wird abgerissen und weicht einer größeren Zahl von Wohneinheiten. Ein Kennzeichen dieser neuen Anlage ist ein umfassender Service, den die Bewohner bei Bedarf in Anspruch nehmen können. Die Wiese zwischen dem Kurhaus und dem nach oben angrenzenden „Haus Waldeck“ bleibt dagegen den Plänen zufolge unbebaut, erklärt der Bürgermeister. Kaufhaus? – Keine Chance „Unsere Priorität liegt ganz klar auf diesem Vorhaben“, unterstreicht er. Dabei gibt es noch einen anderen ernsthaften Interessenten. Es handelt sich um ein im Landkreis bereits vertretenes Handelsunternehmen, das statt des Kurhauses ein Kaufhaus errichten möchte. Allerdings lässt das berühmt-berüchtigte Wildunger Einzelhandelsgutachten diese Option nicht zu. „Das Kurhaus liegt rund 100 Meter außerhalb des festgelegten Kernstadt-Bereiches“, erläutert Volker Zimmermann. Wollten die Stadtverordneten entgegen dem Gutachten vielleicht doch Einzelhandel an dieser Stelle, so müsse angesichts der Rechtslage ein neues Gutachten in Auftrag gegeben werden. Kein Grund zur Skepsis Verschiedene Parlamentarier 
hatten in der Vergangenheit Vorbehalte geäußert gegen eine weitere große Wohnanlage, die in erster Linie Senioren im Blick hat. Grund war die Befürchtung, dass viele Aktivitäten entlang der Brunnenallee wegen eines vermeintlich steigenden Ruhe­bedürfnisses gefährdet sein könnten. „Das darf und wird natürlich nicht passieren“, hält Volker Zimmermann dem entgegen. Es werde weiterhin Veranstaltungen unter freiem Himmel wie das Samba-Festival geben, eher kämen noch weitere in der Stadt hinzu, als dass man sich in diesem Punkt zurücknehmen wolle.

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