Bad Wildungen

Lebendige Tradition in der Altstadt

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- Bad Wildungen (su). Viele Geschäfte mit einer so langen Tradition gibt es in der Altstadt nicht mehr. Wilfried und Inge Grebe feiern in diesen Tagen das 100-jährige Jubiläum ihrer Familienfirma im Gebäude Brunnenstraße 15/17.

In der Altstadt-Zeitung berichteten Wilfried Grebe und Swantje Kleinicke kürzlich von der Geschichte des Doppelhauses und den Aktivitäten der Kaufmannsfamilie über drei Generationen hinweg. Grebes Urgroßvater Karl Schmidt war Eigentümer eines Bauernhofes in der Hinterstraße und hatte vier Kinder, davon drei Söhne. Unter ihnen teilte er das Erbe auf, während Tochter Frieda den Kaufmann Kurt Held aus Waldeck heiratete. Louis Schmidt trat die Nachfolge seines Vaters auf dem Hof in der Hinterstraße an. Ernst, von Beruf Ingenieur, erhielt ein neues Haus auf dem Gartengrundstück in der Wegaer Straße 11. Das nebenan gelegene Gebäude fiel an Sohn Carl. Vater Karl hatte es 1909 gekauft.

„Es steht auf einem Gewölbekeller, der aus dem 15. Jahrhundert stammen soll“, erzählt Wilfried Grebe. Das Haus sei nach einem Brand 1848 neu aufgebaut worden. Der neue Besitzer Carl Schmidt, der in Kassel den Beruf des Kaufmanns erlernt hatte, baute das vom Vater erhaltene Haus ab 1909 für seine Zwecke um. Er eröffnete am 8. November 2010 ein „Kolonial- und Eisenkurzwaren-, Haus- und Küchengeräte-, Tabak- und Zigarrengeschäft“, kombiniert mit einer Kohlenhandlung.

Das Geschäft Schmidt in der Altstadt wurde 1970 modernisiert, die alte Einrichtung durch eine moderne aus Metall ersetzt. Bis ins hohe Alter führte Thea Grebe das Fachgeschäft, übergab die Verantwortung 1990 an ihren Sohn. Unterstützt von Ehefrau Inge nahm er den nächsten Umbau in Angriff, bei dem die beiden Geschäfte Brunnenstraße 15 und 17 zusammengelegt wurden. Das Paar spezialisierte sich auf den Verkauf von hochwertigen Haushalts- und Porzellanwaren.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Mittwoch, 13. Juli

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