Rotary-Club verleiht Preis für soziales Engagement an Lübcke und Pfeil

Leidenschaft für Natur und Kultur

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Rotary-Präsident Frank Schrauf (Mitte) zeichnete Reckhard Pfeil (links) und Wolfgang Lübcke mit dem Preis für besonderes soziales Engagement aus.

Edertal-Affoldern. - Der Rotary-Club Bad Wildungen-Fritzlar hat seinen Preis für besonderes soziales Engagement diesmal gesplittet. In einer Feierstunde in der Affolderner Festhalle wurde er zwei Edertalern verliehen, die sich mit Herzblut im Naturschutz und auf kultureller Ebene einsetzen.

Rotary-Präsident Frank Schrauf zeichnete NABU-Vorsitzenden Wolfgang Lübcke und den Leiter des Edertaler Posaunenchors, Reckhard Pfeil, mit dem Preis des Serviceclubs aus. Beide haben sich jahrzehntelang in der Region eingebracht. „Wir sind stolz auf die Preisträger“, betonte der Präsident.

Bürgermeister Klaus Gier skizzierte Lübcke als „Überzeugungstäter, der für die Sache kämpft“. Gier: „Er bevorzugt eher das Schwert als den Degen, was die Sache nicht immer einfach macht.“ Mit dem zweiten Preisträger hat der Bürgermeister bereits in Kindertagen im Posaunenchor gespielt. Gegründet wurde der Chor von dem damaligen Pfarrer Hans Gier, dem Vater des heutigen Rathauschefs, der in einem WLZ-Artikel von 1974 bei der Einweihung des Hemfurther Bürgerhauses als „James Last des Edertals“ bezeichnet wurde. „Das gebührt heute Reckhard Pfeil“, schmunzelte Gier in der Feierstunde, an der auch die Ehefrau des inzwischen verstorbenen Chorgründers, Margarethe Gier, teilnahm. Grüße der 3600 Rotarier im Distrikt überbrachte Assistant-Governer Reinhard Wiskemann. „Die Aktivitäten des Clubs Bad Wildungen-Fritzlar sind vorbildlich und stellen im Bezirk einen Aktivposten des rotarischen Wirkens dar.“

In einer kurzen Bilderschau zeigte Lübcke, wie der NABU Menschen zur Natur hinführt - bei Obstbaumschnittkursen, der Pflege von Streuobstwiesen, im Amphibienschutz oder auf Wanderungen. Schwalbenhäuser, Fledermausaktionen, die Edertaler Störche als Sympathieträger, aber auch ein Freilandlabor öffnen den Blick für die Tierwelt.

Hartmut Mai, Landesgeschäftsführer des NABU Hessen, skizzierte Lübcke als Naturschützer, Heimatkundler, Forscher und Wissenschaftler. Der in Wega aufgewachsene Laudator blickte auf seine erste Exkursion mit Lübcke zurück. „Das war am 29. März 1975 - seit diesem Tag führe ich auf seinen Rat hin ein ornithologisches Tagebuch.“

Mit charmanter Beharrlichkeit gelinge es Lübcke, Menschen für den Naturschutz zu begeistern. Seine Publikation über die Wacholderdrossel erfahre in Fachkreisen große Wertschätzung. Viele heimatkundliche Artikel aus seiner Feder erschienen in der WLZ.

Pfarrer Clemens Blum hielt die Laudatio auf Reckhard Pfeil, der von seinem hoch musikalischen Großvater - er war Bezirkschorleiter - geprägt wurde. „Die Bläsermusik wurde ihm zum Lebensthema.“ Als 17-Jähriger bestand Pfeil die Chorleiterprüfung und übernahm 1976 den Posaunenchor. „Das sollte vorübergehend sein - jetzt sind es 37 Jahre.“ Pfeil sei Bläser, Chorleiter und Arrangeur und habe „ganz große pädagogische Begabung“. Kurzum: „Er ist für uns die Idealbesetzung.“

Swingend und klingend bewies der Chorleiter mit seinen Blechbläsern, warum er ausgezeichnet wurde. Ob „Spirit, der wilde Mustang“ oder „Crazy Thing Called Love“ - das Publikum wippte mit und applaudierte. Die frühere Preisträgerin Gudrun Schollmeyer spielte auf der Blockflöte den amüsanten Wettstreit der Nachtigall.

Zur Person:

Reckhard Pfeil (Affoldern), 1955 in Mehlen geboren, ist verheiratet und Vater dreier Töchter. 1967 kam er durch den damaligen Pfarrer Hans Gier in den Posaunenchor. Seit 1976 ist er dessen Leiter und seit 1980 verantwortlich für die Ausbildung von Nachwuchschören im Rhythmus von vier bis sechs Jahren.

Dem Posaunenchor Edertal gehören 38 Mitglieder und acht Nachwuchsbläser an.

Zum Repertoire der Blechbläser gehören klassische Bläsermusik, kirchliche und weltliche Stücke, aber auch ein breites Repertoire an Pop, Rock, Musical- und Filmmusiktiteln. Nachwuchs wird im eigenen Chor ausgebildet, Konzerterlöse werden für vielfältige soziale Zecke gestiftet. Der Geschäftsführer des Kur- und Verkehrsvereins Bad Wildungen und Mitarbeiter des Wildunger Stadtmarketings wurde 2006 mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnet.(höh)

Wolfgang Lübcke (Giflitz), 1941 in Mecklenburg geboren, ist verheiratet und Vater zweiter Töchter. Er war 1952 Gründungsmitglied einer Naturschutz-Jugendgruppe in Anraff, aus der der NABU Edertal hervorging.

Der Biologie- und Deutschlehrer, der sich auch politisch viele Jahre für die FDP engagierte, ist seit 1987 Vorsitzender des ?NABU Edertal und war Vorsitzender des Kreisverbands.

Hinzu kommen zehn Jahre als Mitglied im geschäftsführenden Vorstand der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und im Landesnaturschutzbeirat sowie im Vorstand des Kellerwaldvereins. Der pensionierte leitende Regierungsschuldirektor beim Regierungspräsidium Kassel und Leiter des Studienseminars für das Lehramt an Gymnasien wurde bereits mit dem Kreisnaturschutzpreis ausgezeichnet und ist Träger des Bundesverdienstkreuzes.(höh)

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