Bad Wildungen.

Literarisches Experiment für die Seele

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- Bad Wildungen (höh). Als Achtjährige hat sie angefangen zu schreiben, nach ihrem Studium traf sie den Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki. In ihrer Wahlheimat Bad Wildungen hat sich Dorothee Meigen-Matthes an ihr erstes Buch gewagt – das literarische Experiment liegt druckfrisch vor.

„Ich bin eine andere, jetzt“ heißt der Titel ihres Erstlingswerks. Meigen-Matthes erzählt darin die konfliktreiche Geschichte einer Frau. Belastet von familiären Problemen sucht Anna Blume den Weg aus dem Tal ihrer Gefühle und aus der Krise. Gedanken über den Sinn des Lebens sollen Leser aufrütteln und in eigenen Krisensituationen Mut machen.

„Ein Appell für ein anderes, besseres Miteinander, für Achtsamkeit mit sich selbst und anderen“, so formuliert es die Autorin. Die Handlung gleicht einer Lebensgeschichte, gestrickt um eine Auswahl von Gedichten, die die studierte Germanistin in den vergangenen zehn Jahren geschrieben hat. Es sind Zeilen „Für einen, den ich nie kennenlernen durfte“ oder Gedanken an eine „Reise mit Sinn“ – Poesie mit Tiefgang, die die erzählte Geschichte noch einmal verinnerlichen lässt.

Der Rilke-Fan zitiert auch den großen Dichter: „Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich ... eines fernen Tages in die Antwort hinein.“ „Das Buch hat viele autobiografische Bezüge, aber es ist nicht mein Leben“, stellt die Autorin klar. Das Experiment, Lyrik und Prosa miteinander zu verschmelzen, sei gelungen. Meigen-Matthes skizziert ihr Erstlingswerk als einen Ratgeber fürs Leben, der aber in einer Bücherei in die Gedichtsecke genauso gut passt wie zu den Bänden mit Erzählungen.

„Das Buch ist so gut, dass es allein schon deshalb lesenswert wäre als Beispiel für guten Stil“, lobt ihr literarischer Mentor Günther R. Hestler. Der Sprachenlehrer und Autor: „Mir gefällt die sich mehr und mehr verdichtende Substanz, in die das Werk mündet. Es werden Wege aufgezeichnet für Menschen, die einen Verlust zu beklagen haben und/oder depressiv oder vereinsamt sind.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 27. August.

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