Zwangsversteigerungsverfahren Helenenquelle eingestellt

Lösung jenseits des Gerichts gesucht

Idyllisches Bild an der Helenenquelle. Der marode Abfüllbetrieb ist nur im Hintergrund zu sehen.Foto: Schuldt

Bad Wildungen/Fritzlar - Die Hängepartie zur Abfüllanlage Helenenquelle geht vorerst weiter. Der Zwangsversteigerungstermin gestern endete auf Antrag der Hauptgläubigerin mit der Einstellung des Verfahrens.

Rechtspfleger Gerhard Kasten verkündete das zum Ende der halbstündigen Bieterfrist im Saal 15 des alten Fritzlarer Amtsgerichts. Einen neuen Zwangsversteigerungstermin gibt es aller Voraussicht nach nicht mehr. Grund für den Ausgang: Der einzige Interessent, der kurz vor Toresschluss eine Summe in den Raum stellte, wollte lediglich das Mindestbargebot von etwas mehr als 7000 Euro zahlen.

In der Hauptsache steht das Geld der Stadt Bad Wildungen zu – Grundsteuern aus früheren Jahren. Das Geldinstitut, das als Hauptgläubigerin den Antrag auf Zwangsversteigerung gestellt hatte, will unbestätigten Angaben zufolge aber wenigstens seine Verfahrenskosten in Höhe von 6000 Euro wieder herausholen. 13 000 Euro müsste ein Bieter demzufolge im Mindesten anlegen, wenn sich an diesen Vorgaben nichts ändert.

Zwei Interessenten

Ob die Helenenquelle doch noch einen neuen Besitzer findet, wird nun in Verhandlungen jenseits des Gerichtssaales besprochen. Für den Beobachter erscheint das nicht ganz verständlich, denn die Grundschuld auf dem Abfüllbetrieb zugunsten des Geldinstitutes beläuft sich auf mehr als 300?000 Euro. Eine weitere Hypothek ist auf 250?000 Euro zugunsten der Stadt Bad Wildungen beziffert. Beide Summen sind aber nicht mehr einzutreiben und gehen den beiden Gläubigern ohnehin verloren, wie ihnen offenbar klar ist. Das ging aus einer Erläuterung von Rechtspfleger Kasten hervor: „Bei einem Zuschlag heute erhält der erfolgreiche Bieter ein blütenweißes Grundbuch, in dem alle Rechte erloschen sind.“

Mehr als 7000 Euro – nein Trotzdem wollte niemand mehr als die 7000 Euro bereitstellen, obwohl es einen zweiten Interessenten gab. Es handelt sich um ein aufstrebendes Wildunger Unternehmen, das demnächst erweitern will und das Helenenquellen-Gebäude lediglich für den Übergang als Lagerfläche nutzen möchte.

Möglicher Kompromiss ?

Die beiden Interessenten kamen im Anschluss an das Verfahren über längere Zeit miteinander ins Gespräch, denn der erste Bieter möchte die Helenenquelle als Abfüllbetrieb wiedereröffnen. Eine denkbare Einigung könnte also darauf hinauslaufen, dass er das Gebäude tatsächlich kauft und es der Wildunger Firma übergangsweise zunächst etwa auf Grundlage eines Pachtvertrages überlässt.

Sicher ist, dass die Zeit drängt, denn das Dach des 1962 um- und ausgebauten Gebäudes von 1930 leckt und muss saniert werden, sonst wächst der Schaden an der Bausubstanz.

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