Großes Fest mit vielen Besuchern zu Gunsten der Altarsanierung

Mäuse für Kleinerner Kirche gesammelt

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Edertal-kleinern - Ein stattliches Fest für das Altarbild: Kirchengemeinde und zehn Kleinerner Vereine scheuten keine Mühen zur Auffüllung der Spendenkasse für die aufwendige Restaurierung.

Ergebnis langer Vorbereitungen war am Sonntag das zweite Backfest im laufenden Jahr. Pfarrer Jörn Rimbach: „Den Menschen in Kleinern ist dieses Altarbild, das seit 1523 in unserer Kirche steht, sehr wichtig.“ Natürlich begann das abwechslungsreiche Dorffest mit einem Gottesdienst, gehalten vom Pfarrer-Ehepaar Romy und Jörn Rimbach, musikalisch untermalt vom Flötenkreis und dem Posaunenchor Gellershausen. Das mittelalterliche Kunstwerk befindet sich seit 2012 in der Wiesbadener Werkstatt der Denkmalpflege und wird Mitte nächsten Jahres zurückerwartet. Weil die Zeit bis zur Rückkehr doch sehr lang ist, schmückt eine Altarbild-Kopie die Kirche (Vereinsinitiative). Die Restaurierung ist mit 120 000 Euro veranschlagt, ein hoher Betrag, den Landesdenkmalpflege, Landeskirche und Kirchengemeinde gemeinsam aufbringen. Spendenziel in Kleinern sind 10 000 Euro, bereits gespendet sind rund 2000 Euro. Durch den Festerlös, alle Vereine wirkten unentgeldlich mit, wird sich dieser Betrag wesentlich erhöhen. Die Spendenbereitschaft in Kleinern ist nach den Worten von Pfarrer Rimbach sehr groß. Rund um Backhaus wurde an zahlreichen Ständen für den guten Zweck geworben und verkauft. Weiterhin war die Strecke zwischen Dorfplatz und Kirche mit Ständen gespickt. In der Kirche aus dem 17. Jahrhundert (das Altarbild stand bereits in der Vorgängerkirche) war eine Kunstausstellung zu sehen, und es bestand die Möglichkeit über etliche schmale Holztreppen den Glockenturm zu besteigen. Wer nach anstrengendem „Gipfelsturm“ hoch oben angelangt war, genoß den herrlichen Blick über die Dächer von Kleinern ins schöne Wesetal. Auch die Gellershäuser Posaunisten erklommen den Turm mit ihren Instrumenten und musizierten in luftiger Höhe. Für Essen und Trinken war reichlich gesorgt. Die Damen des Frauenchors brieten zum Beispiel leckere Schepperlinge, am Nachmittag gab es Kaffee und reichlich Kuchen. Das Backhaus lieferte zum zweiten Mal in diesem Jahr die bekannte Kleinerner Brotspezialität „Schusterjungen“. Im Bürgerhaus waren erste fotografische Beispiele vom Fortgang der Restaurierung zu sehen unter dem Motto „vorher, nachher“. Der Wettergott war den Kleinerschen günstig gesonnen, kräftige Regenfälle am Morgen hörten genau zum Festbeginn auf, die Sonne ließ sich blicken.Das Altar-Kleinod entstand 1521 in der Franziskaner-Werkstatt Meitersdorf (bei Frankenberg). Bereits in 1955 fand eine sorgfältige Restaurierung statt. Über weitere Details informierte der langjährige ehemalige Vorsitzende des Wildunger Geschichtsvereins, Dr. Wolfgang Fischer, in einem Diavortrag.

Von Jürgen Minke

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