Es wird schon knapp mit dem traditionellen Überlauf zum 1. Mai

Mehr Weser-Schwertransporte trüben Aussicht auf Edersee-Jubiläum

Edersee - „Wir sind, was den Anstau des Edersees anbelangt, im Plan“, erläuterte Diplom-Ingenieur Jiri Cemus vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Hannoversch-Münden auf der Mitgliederversammlung der Wassersportgemeinschaft Edersee-Diemelsee im Vereinshaus des Segelclubs auf Scheid.Im Hinblick auf den vollen See wies er allerdings darauf hin, dass der weitere Wasserstand im Jubiläumsjahr 2014 von den Niederschlägen abhänge.

Diese seien zwar bisher selten gewesen, dafür aber gut verteilt. Allerdings: „Wir haben keinen Schnee, der uns helfen könnte, die Talsperre zu füllen.“ So sei es fraglich, ob die Talsperre zum 1. Mai noch voll ist. Es habe in diesem Jahr bereits mehrere Schwertransporte gegeben. Bei dem Junihochwasser 2013 sei der „Edersee knapp an der Katastrophe vorbeigekommen“, erinnerte Cemus aber, um die Kehrseite der Medaille aufzuzeigen. Der See hatte einen Zulauf von über 200 Kubikmeter nWasser pro Sekunde und „die Feuerwehren im unteren Edertal haben angefangen Sandsäcke zu packen.“ Doch dann sei das vorhergesagte Niederschlagsgebiet weiter nach Osten gezogen und habe die Werra getroffen. Insgesamt war die Bilanz, die Cemus anhand der Grafik des „Betriebsnachweises der Edertalsperre im Wasserwirtschaftsjahr 2013/2014“ erläuterte, positiv: „Wir haben für alle ein recht gutes Jahr gehabt. Viele Schwertransporte und super Jahr am Edersee.“ Die Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hannoversch-Münden, Katrin Urbitsch, erläuterte, dass ihre Behörde derzeit von Umstrukturierungen betroffen sei. Allerdings sürden die Außenstellen, wie in Edertal, erhalten bleiben. „Jeder Beschäftigte hat Arbeits- und Standortgarantien, es wir niemand zwangsversetzt.“ Dr. Rolf-Jürgen Foellmer von der Interessengemeinschaft Oberweser sagte in seinem Grußwort: „Ich habe einen vollen See mitgebracht.“ Oberweser und Edersee seien eng miteinander verknüpft. Die Schwertransporte auf der Weser haben zugenommen, es gebe eine beträchtliche Steigerung des Güterverkehrs auf der Oberweser. Die öffentliche Hand sei zur Schaffung der notwendigen Infrastruktur verpflichtet, mahnte der Vorsitzende der Wassersportgemeinschaft Edersee-Diemelsee Hans-Joachim Koltzsch. Dies könne nicht allein die Aufgabe der Wirtschaft sein. Es sei der Aufbau einer Lobby für den Edersee notwendig. Koltzsch wies hierbei auf die Unterstützung der hessischen Landesregierung und des Landessportbundes hin. Auf der Oberweser habe der Sport nur geringe Bedeutung. Zugleich forderte er den Einsatz von Transportschiffen mit geringerem Tiefgang auf der Weser. Dieser Forderung schloss sich Thomas Hennig an, der in Rehbach eine Segelschule betreibt: „Für uns ist es unverständlich, dass das neue flachgehende Schiff noch nicht in Betrieb gegangen ist.“ Auch Koltzsch berief sich darauf, dass ihm der Einsatz eines solchen Schiffes auf der Weser bereits für vergangenen Oktober zugesagt worden sei: „Unser Vertrauen in die Nutzung der Oberweser hat gelitten.“ Foellmer von der Interessengemeinschaft Oberweser erläuterte hierzu, dass es Schwierigkeiten bei der Herstellung gegeben habe. Gegenüber der WLZ erklärte Foellmer, dass dieses neue Schiff mit wenig Tiefgang voraussichtlich im „späten Frühling“ dieses Jahres eingesetzt werde. Es werde nicht bei einem Schiff dieser Art bleiben. Thomas Hennig forderte mehr Druck auf die Politik, damit sowohl die Schifffahrt auf der Oberweser stattfinden kann als auch die Interessen des Edersees gewahrt bleiben. Zum Abschluss rief Koltzsch alle Beteiligten zur Zusammenarbeit auf. Katrin Urbitsch wies auf den Festakt „100 Jahre Edertalsperre“ am 9. Mai hin, der mit einem bunten Rahmenprogramm wie „Tag der offenen Tür“, Führungen und Bootsrundfahrten gefeiert wird. Eine Festschrift des Wasser- und Schifffahrtsamtes sei hierzu in Vorbereitung.Hans Joachim Koltzsch bemerkte, dass bei den Internationalen Meisterschaften der „Edersee Segelwoche“ vom 17. Mai bis 1. Juni, die von der Wassersportgemeinschaft Edersee-Diemelsee ausgerichtet werden, bis zu 500 Teilnehmer erwartet werden. Schirmherr ist das hessische Innenministerium. Auch ein weitere Jubiläum steht noch an: Seit 20 Jahren wird der Ederseemeister ermittelt, was am 20. September gefeiert werden soll.

Von Jörg Schüttler

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